Heideschnuckenherde ist zu teuer: Bad Bodenteicher entkusseln ihre Heidefläche eigenhändig

Kampf gegen Kiefernsprösslinge

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Das Lila der Heideblüten ist verschwunden, nun gilt es, die Heide zu entkusseln, damit keine Kiefern oder andere Bäume auf der Fläche wachsen und sich entfalten.

Bad Bodenteich. Besonders die Sprösslinge der Kiefern müssen aus der Erde. Mit Schaufeln und viel Handarbeit wird am kommenden Sonnabend, 16. November. ab 13 Uhr die Bad Bodenteicher Heide entkusselt. Treffpunkt ist am Schafstall.

Dann werden in erster Linie die lokalen Politiker anpacken. Doch sie hoffen auf rege Unterstützung, denn schließlich wird die Heidefläche stark frequentiert. „Gäste aus der Klinik, Touristen aber auch Einheimische besuchen unsere Heidefläche“, schildert Kai Schüttenberg von der Bad Bodenteicher Kurverwaltung.

Regelmäßig kümmert sich eine Klasse der Oberschule um einen Teil der 40 Hektar großen Fläche, doch das reicht nicht. Jungbirken und -kiefern verdrängen die Heide. „Wenn sie nicht entkusselt wird, dann ist ganz schnell ein Wald da“, weiß Karl-Heinz Köhler, Vorsitzender der NABU-Gruppe Uelzen.

Die Heide ist keine Naturlandschaft, sondern eine erst durch das Eingreifen des Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Durch die sogenannten Plaggenhiebe wurde die Regenerationskraft der Böden erschöpft. Die regelmäßige Abtragung des Oberbodens führte zur Ausbreitung der Heide, wie wir sie heute kennen. Sie bietet einen Lebensraum für die Heidelerche und den Ziegenmelker. Aber nicht nur die beiden Vogelarten fühlen sich auf den Flächen wohl, auch Eidechsen und Kreuzottern schätzen sie.

Eine Alternative zum Entkusseln wäre die Heidschnuckenherde von Schäfer Gerd Jahnke. „Vor über zehn Jahren war ich mit meinen Tieren in Bad Bodenteich“, sagt der Eimker. Doch die Kosten schrecken die Kurverwaltung ab. Vier Wochen mit den Tieren in der Heide kosteten rund 5000 Euro. Jahnke erklärt, warum es derart teuer ist. „Die Schnucken müssen schon mal bis Bad Bodenteich – und das meistens zu Fuß“, schildert er. Dann muss täglich ein Schäfer auf die Tiere aufpassen. Außerdem muss eine Fläche bereitgestellt werden, auf der die Schnucken die Nacht verbringen, denn die Ausscheidungen der Tiere sollten möglichst nicht wieder auf der Heidefläche landen. Eine Wasserversorgung muss ebenfalls noch gewährleistet sein.

Doch die Schnucken bringen dafür einen weiteren Vorteil mit: Sie entkusseln nicht nur die Heide, sondern sie verjüngen sie auch, indem sie das Heidekraut abbeißen. „Im Moment sind es vor allem Kiefern, im Sommer Birken und Wildkirschen, die entkusselt werden müssen“, weiß Jahnke.

In der warmen Jahreszeit sorgen die Schnucken auch noch für freudige Gesichter bei den Imkern. Dadurch, dass die wolligen Tiere durch die Heide spazieren, reißen sie die Spinnenweben von den Heideblüten und machen Platz für die Bienen, die wiederum für frischen Heidehonig sorgen.

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