Bad Bodenteich: Neue Interessengemeinschaft soll die Werbung ankurbeln

Initiative für den Wochenmarkt

Der Bad Bodenteicher Wochenmarkt gibt kein schönes Bild ab – ein Problem, das nun gelöst werden soll. Eine neu gegründete „Interessengemeinschaft Wochenmarkt“ soll sich darum kümmern. Archivfoto: Brütt

Bad Bodenteich. Seit einiger Zeit dümpelt der Wochenmarkt in Bad Bodenteich vor sich hin. Gerade einmal fünf Händler halten dem Markt noch die Treue, die Kunden bleiben aus (die AZ berichtete).

Auf Einladung des FDP-Ortsvoreinsvorsitzenden Bernd Peter trafen sich Markthändler, Ratsmitglieder und interessierte Bürger jetzt zu einem öffentlichen Gesprächskreis, um die Probleme gemeinsam zu diskutieren. Dass bei aktuell nur fünf Händlern die Vielfalt des Angebotes auf der Strecke bleibe, liege auf der Hand, war man sich einig. Aber das alleine ist es nicht. „Uns fehlt vor allem das Ambiente, die Wohlfühlatmosphäre, wie sie beispielsweise eine Imbissbude oder eine Kaffeerösterei schaffen könnten“, ist sich Bernd Peter sicher. „Wenn dann schon Kunden kommen, kaufen sie gezielt und verschwinden sofort wieder. Dabei sollte ein Wochenmarkt doch auch Treffpunkt sein, zum Klönen einladen“, sagt er und verweist ein wenig neidisch auf die Situation in Uelzen, wo dies mittlerweile bestens funktioniert.

Heftig diskutiert wurde auch die Standortfrage: Nicht sofort zu finden sei der jetzige Platz, zudem belastet durch den durchfahrenden Verkehr und ortsansässige Dauerparker. „Warum dann den Standort nicht in den Innenhof der Burg Bodenteich verlegen?“ regte Dr. Horst-Michael Hintze an, „da ließe sich der touristische Wert der Burg bestens nutzen.“

Händler Ulrich Reller denkt derweil ökonomisch: „Bevor ich überhaupt meinen Hof verlasse, bin ich schon 50 Euro los“, berichtete er und gab zu bedenken: „Wir müssen dahin gehen, wo unsere Kunden sind.“ Deshalb plädiert er für den bisherigen Standort.

An dieser Stelle zeigt sich ein klassisches Dilemma: Einerseits braucht es mehr Händler, um Kunden anzuziehen, andererseits braucht es mehr Kunden, um Händler anzuziehen, denn letztere zeigen sich auf Anfrage desinteressiert. „Das lohnt sich nicht“, signalisierte beispielsweise der Elbershof aus Nettelkamp – durchaus kein Einzelfall. Den örtlichen Einzelhandel mit einzubeziehen, wäre ein lohnender Ansatz, was auch bedeuten würde, die Öffnungszeiten anzupassen oder mit eigenen Ständen auf die Straße zu gehen. Eine weitere Idee der Runde: gezielt Betriebe aus der Region einladen, sich ein Mal im Monat mit ihren Produkten auf dem Markt zu präsentieren.

Eine neu gegründete „Interessengemeinschaft Wochenmarkt“ will nun versuchen, den Wochenmarkt aufzuwerten. Primäres Ziel soll sein, durch Werbung mehr Kunden anzulocken, denn 35 Prozent der Marktbesucher kommen von auswärts, sogar aus Wolfsburg.

Von Oliver Huchthausen

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