Kakauer Hans-Heinrich Eggerslüß kritisiert Landkreis

Hohe Gebühren schreckten Jagdgegner ab: „Ich stelle wieder einen Antrag“

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Hans-Heinrich Eggerslüß freut sich über die Natur in Kakau. Er will verhindern, dass Wildtiere auf seinem Land geschossen werden.

Kakau. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Hans-Heinrich Eggerslüß lässt die Pferde aus dem Stall. Die jungen Hannoveraner stürmen ausgelassen über die aufgeweichte Weide. Eggerslüß schaut nachdenklich in den blauen Märzhimmel.

Der Rote Milan stößt einen heiseren Schrei aus. „Man erfreut sich an Sachen, die man früher nicht gesehen hätte“, sinniert der 63-jährige Rentner. „Das ist so schön. Man hört den Flügelschlag. “ Er nimmt jetzt einen zweiten einen zweiten Anlauf, den Frieden, wie er ihn versteht, auf seinen Land herzustellen. Er will die zweieinhalb Hektar als befriedeten, also jagdfreien Bezirk ausweisen lassen.

„Die gejagten Tiere stellen für mich Wildtiere und keine Nutztiere dar. Sie sind ein schützenswerter Teil der Natur, daher lehne ich ihre Tötung ab“, schrieb Eggerslüß 2014 in seinem ersten Antrag. Im Vorjahr war die Möglichkeit für Grundeigentümer geschaffen worden, das eigene Land für die Jagd zu sperren. Voraussetzung sind ethische Beweggründe.

Eggerslüß ist kein Grüner und kein Vegetarier. Aber mit den Jahren ist dem ehemaligen VW-Werker die Natur in dem Soltendiecker Ortsteil ans Herz gewachsen. Er freut sich an den Rehen, an den Meisen im Garten, an den Kranichen, die jetzt wieder auf den Kakauer Äckern zu sehen sind. „Das muss man erhalten“, findet Eggerslüß.

Seit seiner Bundeswehrzeit, sagt der Rentner, hat er keine Waffe mehr in die Hand genommen. An den Jagdessen der Jagdgenossenschaft, deren Zwangsmitglied er ist, hat er seit Jahren nicht mehr teilgenommen„ Ich verurteile keine Jäger“, meint Eggerslüß. „Aber ich lehne es ab, dass ein Tier auf meinem Grund geschossen wird.“ Und er fügt zur Begründung hinzu: „Dieses Tier hat mir nichts getan. Es ist Teil der Natur.“

Dennoch hat er seinen damaligen Antrag zurückgezogen. Die Mitarbeiterin der Jagdbehörde in der Uelzener Kreisverwaltung habe ihm Kosten von 2000 bis 3000 Euro einschließlich Grundbucheintrag in Aussicht gestellt. Zu viel, findet Eggerslüß. „Damit wird der kleine Mann runtergedrückt.“

Hat der Landkreis versucht, Antragsteller mit hohen Kosten abzuschrecken, wie es jüngst auch eine Jagdgegnerin aus Aljarn im Verwaltungsgericht berichtete? Diesen Verdacht weist Kreissprecher Martin Theine entschieden zurück. Laut Gebührenordnung seien Kosten von 1000 bis 2000 Euro beim Erstantrag fällig gewesen. Im Dezember 2015 sei der Rahmen auf 200 bis 700 Euro gesenkt worden.

Hans-Heinrich Eggerslüß sagt: „Ich stelle wieder einen Antrag. Ich will mein Recht haben“

Von Gerhard Sternitzke

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