Bodenteicher Tierärztin behandelt zwei Vierbeiner / Bislang keine Bestätigung für Verdacht

Hundehalter fürchten Giftköder

Ein mit einer Rasierklinge präpariertes Stück Fleischwurst. In Bad Bodenteich sollen zwei Hunde Köder gefressen haben. Das Ordnungsamt warnt Tierärztin Dr. Birgit Janßen beruhigt: „Ich habe bei keinem Hund Vergiftungserscheinungen gehabt.“

Bad Bodenteich. Die Angst geht um unter Bodenteicher Hundehaltern. Vergiftete Köder sollen an der beliebten Strecke am Elbe-Seitenkanal in der Nähe des Waldbads ausgelegt worden sein. Zwei Fälle wurden bei der örtlichen Tierärztin behandelt.

Und gestern gibt das Ordnungsamt der Samtgemeinde Aue einen Warnhinweis heraus. Allerdings gibt es auch Zweifel.

„Wir warnen davor, in dem Bereich Gassi zu gehen. Und Hundehalter sollten Ausschau halten, ob Giftköder ausgelegt sind“, rät Ordnungsamtsleiter Hendrik Kunitz. „Im Bodenteicher Beritt ist so was noch nicht aufgetreten. Deswegen bin ich auch ein bisschen besorgt.“

„Wir haben eine Anzeige vorliegen“, bestätigt Polizei-Sprecher Kai Richter. Eine 52-jährige Frau habe berichtet, dass ihr Hund einen von mehreren Ködern gefressen habe. „Wir sind als Polizei sensibel, aber wir haben keine Giftköder festgestellt“, berichtet der Sprecher und spekuliert: „Es kann aber auch sein, dass jemand die Fleischabfälle weggeworfen hat.“ Auf jeden Fall, rät Richter, sollten Hundebesitzer ihre Tiere beim Gassigehen nicht von unbekannten Gegenständen fressen lassen.

Die Bodenteicher Tierärztin Dr. Birgit Janßen warnt vor Panik. Zwei Hunde seien in ihrer Praxis gewesen – der eine habe von Fleischwurstscheiben gefressen, der zweite von Trockenfutter, das vielleicht von einem anderen Hund erbrochen wurde – aber keiner von beiden war krank. „Ich habe keinen Hund mit Vergiftungserscheinungen gehabt, und kein Hund ist gestorben.“ Um sicher zu gehen, gab die Tierärztin eine Spritze, sodass die Hunde das Gefressene erbrachen.

Außerdem habe sie eine mitgebrachte Probe untersucht. „Das Fleischwurststück sah äußerlich unverändert aus“, so Birgit Janßen.

Sie hat eine eigene Theorie, warum jemand möglicherweise nicht vergiftete Fleischwurststücke auslegt: „Ich könnte mir vorstellen, dass jemand sich durch die vielen Hunde gestört fühlte und den Hundehaltern Angst einjagen wollte“, vermutet sie. Auch das Trockenfutter sei unverändert gewesen.

„Unter den Spaziergängern wird viel geredet. Dadurch wächst das Problem.“, sagt die Tierärztin. „Dass Besitzer vorsichtig sind, ist aber wichtig und richtig.“

Das rät auch der Uelzener Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer. „Eine Untersuchung auf Gift ist unheimlich kosten- und zeitintensiv. Das steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.“ Grundsätzlich sei die Polizei dafür zuständig, erklärt Pfeiffer auf AZ-Nachfrage. „Solange es aber keine Symptome bei den Hunden gibt, macht es keinen Sinn, Maßnahmen zu ergreifen.“

Von Gerhard Sternitzke

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