Blühende Erika-Pflanzen im Landkreis Uelzen lassen noch ein wenig auf sich warten

Heidschnucken auf Tournee

+
Im Moment ist Schäfer Gerd Jahnke mit seinen Heidschnucken in der Ellerndorfer Heide. Henning Röber (links) von der Samtgemeinde Suderburg und Ilse Holst, Vorsitzende des Vereines zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide, statten dem Schäfer einen Besuch ab.

Ellerndorf/Bad Bodenteich/Klein Bünstorf. Ein Spaziergang durch die blühende Heidelandschaft ist immer ein besonderes Erlebnis: Der Duft der Blüten, das Summen der Bienen und die lila Farbenpracht haben eine beruhigende Wirkung auf Körper und Geist.

Bisher blühen nur kleine Teile der Heideflächen im Landkreis Uelzen. „Einige Blüten sind schon zu sehen“, sagt Bad Bodenteichs Kurverwaltungsleiter Torsten Nowotny mit Blick auf die Heideflächen am Kurort. Nur die Moorheide im Schweimker Moor, die blüht bereits. Dabei handelt es sich laut Nowotny aber auch um eine andere Heidesorte.

In der Ellerndorfer Wacholderheide werden in diesem Jahr wieder die Heidschnucken zu hören und zu sehen sein. Die Herde der Glockenbergsschäferei von Gerd Jahnke wird in den Monaten August und September freitags, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr in der Ellerndorfer Wacholderheide anzutreffen sein.

Die Heidschnucken sind ein wichtiger Bestandteil der notwendigen Pflegemaßnahmen, die den Erhalt der größten Heidefläche im Landkreis Uelzen ermöglichen. „Die Tiere verhindern, dass junge Pflanzen wachsen“, schildert Gerd Jahnke. Außerdem freuen sich die Imker über die Heidschnucken, denn sie zerreißen die Spinnennetze, so dass die Bienen darin nicht umkommen. „Wir verhindern mit gezieltem Einsatz unserer Schnucken, dass Wildkirsche, Ginster, Kiefern und Birken in der Heide wachsen“, sagt Jahnke. Die Gäste der Ellerndorfer Wacholderheide können sich direkt beim Schäfer über seine Arbeit informieren und die Tiere aus nächster Nähe beobachten, freut sich Ilse Holst, Vorsitzende des Vereines zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide. In diesem Jahr hat es bereits einige Aktionen in der Ellerndorfer Wacholderheide gegeben. Es wurden Wegeverläufe mit Steinen abgegrenzt, Wanderwege ausgebessert, gemäht, damit sich die Heide verjüngen kann und der Verkaufsraum im Schafstall ist unter neuer Bewirtung. Der Verein zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide plant noch eine „Schobbermaßnahme“ , bei der abgestorbenen Heidepflanzen sowie Humus abgetragen werden, damit sich neue Heide entwickeln kann. „Die Pflegetruppe des Landkreises Uelzen sowie die Untere Naturschutzbehörde, die Firma Rheinmetall und der Verein zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide arbeiten Hand in Hand daran, dieses besondere Kleinod zu erhalten, damit auch weitere Generationen die Heidelandschaft mit ihrer besonderen Flora und Fauna erleben können“, freut sich Holst.

„Schnuckenbesuch hat sich auch für die Klein Bünstorfer Heide bei Bad Bevensen im August und September angekündigt“, sagt Birgit Rehse von der Bad Bevensen Marketing GmbH. 200 Heidschnucken sind vom 22. August bis Ende September zu Gast in der Heide. Gerd Jahnke, seine Tochter Verena oder Schäferin Nancy ermuntern täglich zwischen 10 und 17 Uhr zu „Schäferstündchen“ am südlichen Ortsrand von Bad Bevensen. Unter den Augen der jungen Schäferin „schnucken“ sie Heide, Birkensprösslinge und Kiefernschösslinge: Postkartenidylle Lüneburger Heide. Den Aufenthalt der Herde finanziert der Verein Bad Bevenser Heide e.V. Sein Vorsitzender Jürgen Strampe: „Wir wollen zum Erhalt der Klein Bünstorfer Heide beitragen. Die dafür so wichtige, lila blühende Gemeine Besenheide soll durch das Schnucken verjüngt und das Moos dazwischen zertrampelt werden.“

In diesem Sommer werde die Heidefläche besonders üppig blühen, da die Erika durch das nasse Frühjahr viele Knospen gebildet hat.

Von Jörn Nolting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare