Bewohner springt aus dem Fenster

Haus in Bad Bodenteich nach Feuer unbewohnbar

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Feuer an der Bad Bodenteicher Industriestraße: Einer der Bewohner wurde mit Hilfe der Steckleiter gerettet, ein weiterer sprang vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem Fenster.

Bad Bodenteich. Mit einem Sprung aus dem ersten Stock rettet sich ein Bewohner eines brennenden Hauses an der Bad Bodenteicher Industriestraße vor den Flammen. Ein weiterer wird von der Feuerwehr mit einer Steckleiter gerettet.

Es ist 2.25 Uhr in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag als im Flecken die Sirenen heulen. Ein Bewohner des Hauses hat selbst das Feuer entdeckt und die Feuerwehr gerufen. „Als wir die Brandstelle erreicht haben, stand der Dachstuhl in Flammen“, berichtet Einsatzleiter und Ortsbrandmeister Thomas Flaak. Eine Person steht am Fenster und ist in ihrem Schlafzimmer eingeschlossen. Eine Fluchtmöglichkeit durch das Haus gibt es nicht mehr: Die Flure und der Treppenraum sind stark verqualmt oder stehen in Brand. Der Bewohner wird von den Feuerwehrleuten mit Hilfe einer Steckleiter gerettet.

Die Brandursache steht noch nicht fest. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar.

Ein weiterer Bewohner des ersten Stocks springt aus dem Fenster, schon bevor die Feuerwehr vor Ort ist und bleibt trotz der Höhe unverletzt. „Im Erdgeschoss haben wir eine weitere Person mit Hilfe der Atemschutzgeräteträger gerettet“, schildert Flaak. Ein weiterer vierter Bewohner entkommt selbstständig den Flammen. „Wir hatten zwischenzeitlich das Problem, eine Wasserversorgung aufzubauen“, sagt der Ortsbrandmeister, bis die Mannschaft aus Lüder Wasser aus dem benachbarten Elbe-Seitenkanal heranschaffen kann. Mit Hilfe der Drehleiter aus Uelzen werden die Flammen im Dachstuhl gelöscht.

Ein weiteres Problem: Der 73-jährige Hauseigentümer ist Jäger und so befinden sich Waffen und Munition im Haus. „Wenn eine Patrone aufgrund der Hitze bis zu 500 Grad Celsius aufplatzt, dann weiß keiner, was mit dem Geschoss passiert“, schildert Flaak. Alle Waffen sowie Munition werden soweit es möglich ist von der Kripo eingesammelt. Doch um sicherzugehen, dass unter den Ascheresten des Gebäudes keine weiteren Patronen liegen, kontrollieren die Beamten am Sonntagabend erneut.

Die vier Bewohner des Hauses kommen mit einem Schrecken davon, doch sterben in den Flammen drei Katzen und ein Hase. Die Schadenhöhe auf etwa 400 000 Euro beziffert.

„Das Haus ist nicht mehr bewohnbar“, lautet das Fazit von Thomas Flaak, der lobende Worte für seine Mannschaft findet: „Trotz des Schützenfestes waren genügend Kameraden im Einsatz und keiner der Feuerwehrmänner angetrunken. Natürlich waren wir auch auf die Hilfe der umliegenden Ortsfeuerwehren angewiesen.“

Von Jörn Nolting

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