Pläne für private Schule in Lüder: Gemeinde verkauft Fläche an Trägerverein und gewährt Zuschuss

Das Grundstück ist nun gesichert

Noch kann die Wiese neben dem ehemaligen Schulgebäude in Lüder zum Fahrradfahren genutzt werden. Doch schon bald wird der Verein Kult-Ur-Dorf Lüder dort eine private Grundschule bauen. Foto: bs

Lüder. Der Zuspruch durch die Eltern ist groß, die Zahl der angemeldeten Schüler ist hoch. Außerdem wurden für das Vorhaben bereits Zuschüsse in Höhe von 120 000 Euro aus dem Leader-Förderprogramm der EU zugesagt.

Die Rede ist vom geplanten Bau einer Grundschule in freier Trägerschaft durch den Verein Kult-Ur-Dorf Lüder (AZ berichtete). Jetzt hat auch die Gemeinde Lüder mit einer finanziellen Unterstützung und einem Grundstücksverkauf den Weg dafür freigemacht. Das ist das einstimmige Ergebnis der jüngsten Ratssitzung.

Carola Gräflich

Damit der gemeinnützige Verein den Bau der privaten Schule vorantreiben kann, hat ihm die Gemeinde nun eine 1137 Quadratmeter große Teilfläche des Grundstücks neben der ehemaligen, im Sommer 2015 geschlossenen Grundschule in Lüder verkauft. Die Entscheidung fiel in geheimer Ratssitzung, über den Verkaufspreis hüllte sich das Gremium in Schweigen. Außerdem gewährt die Gemeinde dem Verein als Co-Finanzierung für die Leader-Förderung einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro. Die Mittel stammen aus den Verkaufserlös des Schulgrundstücks, teilte Bürgermeister Jürgen Schulze (CDU) mit. „Weitere Eigenmittel muss die Gemeinde für die Co-Finanzierung nicht aufwenden“, sagte Verwaltungschef Hendrik Kunitz.

Thomas Lampe

Carola Gräflich, Kassenwartin des Vereins Kult-Ur-Dorf Lüder und Co-Architektin des geplanten Schulneubaus, freute sich über das Ratsvotum. „Wir alle haben dadurch die Chance, hier bei uns auf dem Dorf eine Schule zu bekommen, die qualitativ so gut ist wie in jeder großen Stadt“, erklärte sie. Wie berichtet, soll sich die „Neue Auetal-Schule Lüder“ an die Montessori-Pädagogik anlehnen. Baubeginn soll spätestens im Januar 2018 sein, die Inbetriebnahme ist für nächsten Sommer geplant. Zudem setzt der Verein auf eine Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, der nebenan im einstigen Schulgebäude eine Tagespflege für Senioren einrichten will. Dabei sind enge Kontakte zwischen Schülern und älteren Menschen geplant. „Das Konzept der intergenerativen Pädagogik ist innovativ und zukunftsweisend“, sagte Carola Gräflich. „Es kann viel Positives in Bewegung bringen.“

Auch der Gemeinderat begrüßte die Pläne des Vereins. „Es ist sehr gut, wenn hier eine neue Grundschule entsteht, nachdem wir die alte verloren haben“, meinte Bürgermeister Schulze. Das könne dazu beitragen, dass junge Familien in den Ort ziehen. „Die Schule wird das Kulturleben in Lüder wiederbeleben“, ist CDU-Fraktionschef Thomas Lampe überzeugt. „Wenn Kinder hier früh gebunden werden, werden sie vielleicht später ihren Lebensmittelpunkt wieder hierher verlegen.“ Für Sven Usadel (CDU) sind die geplanten Kontakte von Schule und Tagespflege sehr wichtig. „Das ist ein Zusammenschluss zwischen Jung und Alt – und das alles dicht beieinander auf einem Gelände“, lobte er.

Von Bernd Schossadowski

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