Neuer Standort auf Kornboden des Brauhauses in Bad Bodenteich / Landkreis gewährt Zuschuss

Grenzmuseum zieht auf die Burg

+
Auf dem Kornboden des Brauhauses von Burg Bodenteich wird in den nächsten Monaten das Grenzmuseum eingerichtet. Es ist bislang im ehemaligen Oberschul-Gebäude am Leinenberg beheimatet. Der Landkreis unterstützt den Umzug mit bis zu 32.000 Euro.

Bad Bodenteich. Für die Besucher ist es eine Reise in die Zeit der deutschen Teilung. Vor allem ein Originalstück des DDR-Sperrzauns samt Selbstschussanlage sticht optisch heraus. Die Rede ist vom BGS- und Grenzmuseum in Bad Bodenteich.

Hendrik Kunitz

Seit 2013 ist es in der Oberschule am Leinenberg untergebracht, doch nach der Aufgabe des Schulgebäudes vor einem Jahr ist seine Zukunft ungewiss (AZ berichtete). Jetzt aber wurde für das Museum ein neues Domizil gefunden: Es zieht voraussichtlich Anfang 2018 in die Burg Bodenteich um, genauer gesagt auf den Kornboden des Brauhauses. Das berichtet Gemeinde- direktor Hendrik Kunitz. Und es gibt aus Sicht des Fleckens Bad Bodenteich noch einen zweiten Grund zur Freude. „Wir haben einen Bewilligungsbescheid vom Landkreis bekommen. Er gewährt uns für den Umzug des Grenzmuseums einen einmaligen Zuschuss von bis zu 32 000 Euro“, teilt Kunitz mit. Diesen Beschluss hatte der nichtöffentliche Kreisausschuss gefasst. „Die Summe basiert auf einer entsprechenden Kostenschätzung“, erläutert Landkreis-Sprecher Martin Theine.

Außerdem ist die Trägerschaft des Museums von der Samtgemeinde Aue auf den Flecken Bad Bodenteich übergegangen, weil dieser einen stärkeren örtlichen Bezug zu der Einrichtung hat. Im Gegenzug erhält der Flecken zwei Jahre lang einen Zuschuss über monatlich 200 Euro von der Samtgemeinde.

Vor dem Umzug des Museums muss der Kornboden leer geräumt und aus Brandschutzgründen umgebaut werden. Dort lagert noch altes Mobiliar, unter anderem vom Büro für angewandte Archäologie. Zudem wird das Museum in neue Hände gelegt. Seit 1998 kümmert sich Wolfgang Molzahn ehrenamtlich und mit viel Herzblut darum, seit 2009 wird er dabei von Klaus Gottwald unterstützt. Doch beide möchten aus Altersgründen aufhören. Daher werden Karl-Theodor Meyer und Friedrich-Wilhelm Buhr den Museumsbetrieb übernehmen.

Gemeindedirektor Kunitz freut sich über den Zuschuss des Landkreises, der den Erhalt der Einrichtung ermöglicht. „Für den historischen und kulturellen Wert des Museums ist das ein Glücksgriff. Damit wird es für nachfolgende Generationen erlebbar“, erklärt er. Das sieht Bürgermeister Edgar Staßar (CDU) genauso. Das Museum zeige einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal in unserem Landkreis“, sagt er. Besonders froh ist Staßar über die parteiübergreifende Unterstützung, die das Museum in der Kreispolitik erfahren hat. Zusammen mit Jacques Voigtländer (SPD) und Alfred Meyer (UWG) hatte sich Staßar für die Einrichtung stark gemacht.

Und auch Friedhelm Schulz, der den Umzug in die Burg organisatorisch begleiten wird, ist über den Erhalt des Museums glücklich. „Damit kann man Schulklassen ansprechen und sie für die Schicksale, die durch die deutsche Teilung entstanden sind, sensibilisieren“, betont er.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare