Fraktionen in Bad Bodenteich wollen nun intern über Auswahl der Motive beraten

Graffitipfad: Klassisch versus Comic

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Gemeinsam mit Jugendlichen hat Elisa Graf unter anderem in der schwäbischen Stadt Nürtingen Wände mit Graffiti gestaltet. Nun sollen auch in Bad Bodenteich Kunstobjekte entstehen.

Bad Bodenteich. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das bereits seit einem halben Jahr anvisierte Projekt „Graffiti-pfad“ in Bad Bodenteich (AZ berichtete) soll im März, wenn die Temperaturen wieder steigen, starten.

Kunsttherapeutin Elisa Graf, die bei der Bodenteicher Seepark-Klinik angestellt ist, will mit Patienten tristen Ecken und kahlen Wänden des Fleckens mit farbenfrohen Bildern neues Leben einhauchen. An bis zu acht Orten soll ein ganzer Pfad mit Graffiti entstehen. Bei der jüngsten Sitzung des Tourismusausschusses diskutierten die Mitglieder über die Art der Motive. Zur Auswahl standen klassisch und der Comic-Style.

Die Schutzhütte am Rodelberg und die Rückseite einer Nordic-Walking-Tafel an einem Wegedreieck wurden bereits als Standorte für die Graffiti festgelegt. Für die Schutzhütte hat die Kunsttherapeutin einen Hirsch gewählt. Während er im klassischen Stil majestätisch aus einem Nadelwald hervorspringt, erinnert das Comic-Motiv an Rudolph, das Rentier, mit seiner roten Nase. Für die Nordic-Walking-Tafel ist ein Igel vorgesehen.

Was beide Entwürfe gemein haben, ist, dass jeweils ein Buchstabe im Bild versteckt ist. „Wenn Spaziergänger den Pfad abgehen, bildet sich ein Lösungswort“, erklärt Torsten Nowotny, Leiter der Kurverwaltung. Von dem Pfad verspricht sich Bad Bodenteich eine größere Wirkung nach außen. „Wenn Leute Selfies an den Graffiti machen und sie ins Internet stellen, ist das ein positiver Nebeneffekt“, ist sich der Ausschussvorsitzende Joachim Gade (CDU) sicher.

Hans-Joachim Kogerup (SPD) schlug vor, die Motive ortsgebunden auszusuchen. „Mir persönlich gefällt die klassische Variante besser“, sagte er. „Aber es gibt Stellen, wo das lustige Motiv einfach besser passt, weil man gleich sieht, dass dort etwas passiert.“

Ausschussmitglied Heinz-Joachim Priebe (WGA) merkte an: „Eine gute Sache wäre es, wenn die Bürger in die Auswahl mit einbezogen werden könnten.“ Das ist nach Ansicht der anderen Mitglieder zeitnah aber nicht realisierbar. Trotzdem wollte sich in der Sitzung noch niemand konkret auf ein Motiv festlegen. „Wir sollten die Entscheidung nicht übers Knie brechen“, fand Kogerup. „Die Patienten aus der Seepark-Klinik verlassen Bad Bodenteich wieder. Aber wir gehen jeden Tag an den Stellen vorbei.“

Die Mitglieder einigten sich darauf, die Motive noch einmal intern in ihren jeweiligen Fraktionen zu diskutieren. Eine endgültige Entscheidung soll zeitnah fallen. Bis zum Start im März sollen dann auch weitere Standorte beschlossen sein.

Von Sandra Hackenberg

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