„Glücksfall“ für die Zukunft

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Es ist geschafft: Während die beiden Samtgemeindebürgermeister Benecke und Kölling die Verträge unterzeichnen, plaudert Innenminister Uwe Schünemann (links).

Bad Bodenteich/Wrestedt – Von Ines Bräutigam. Sie wollen eine nachhaltige Konsolidierung ihrer Haushalte erreichen und haben jetzt – nach langwierigen Verhandlungen – den Schritt geschafft: Gestern Morgen wurden in der Burg zu Bad Bodenteich die Verträge für die Fusion der Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt zur großen Samtgemeinde Aue unterzeichnet. Innenminister Uwe Schünemann bestätigte den Verantwortlichen, dass sich die Mühe gelohnt habe. „Die Samtgemeinden sind mit der Fusion und durch konsequente Haushaltskonsolidierung wieder in der Lage, den Haushalt dauerhaft auszugleichen.“

Mit dem Zukunftsvertrag, den Bodenteichs Samtgemeindebürgermeister Rainer Kölling als „Segen und Glücksfall“ bezeichnete und den das Land Niedersachsen mit den kommunalen Spitzenverbänden ermöglicht hat, wird fusionierenden Kommunen die Chance gegeben, ihre Handlungsfähigkeit zu bewahren und einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunftssicherung zu tun. Durch Zins- und Tilgungshilfen des Landes in Höhe von insgesamt 10,6 Millionen Euro wird der Haushalt der neuen Samtgemeinde Aue um 75 Prozent der bis zum 31. Dezember 2009 aufgelaufenen Liquiditätskredite entlastet. Zudem verzichtet der Landkreis Uelzen für die Dauer von 7,5 Jahren auf die erhöhten Nettomehreinnahmen, die aus einer erhöhten Kreisumlage für die neue Samtgemeinde resultieren würden.

Kölling und sein Wrestedter Amtskollege Harald Benecke zeigten sich beide erfreut und auch ein bisschen erleichtert, dass alle Anstrengungen am Ende doch noch zu diesem Ergebnis geführt haben. „Wir haben lange miteinander gerungen“, erinnerte Kölling an teils heftige Kontroversen, die ein Gelingen der Fusion erst im zweiten Anlauf ermöglicht hatten (AZ berichtete). Eine einzige Gegenstimme habe es dann bei den Abstimmungen über die Samtgemeinde-Hochzeit gegeben. „Am Ende hat die Kompromissbereitschaft gesiegt“, so Kölling, „und wir können optimistisch in die Zukunft blicken.“

Die vergangenen Monate haben ihn durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Harald Benecke verbunden, so Kölling. Und das bestätigte auch Benecke selber. Ebenso einig waren sich beide Verwaltungschefs, dass sie von den Vertretern des Innenministeriums bei ihren Fusionsbemühungen stets „ausgleichend und hilfsbereit“ begleitet worden seien, ihnen immer wieder Mut gemacht worden sei. Beider großer Wunsch ist es nun, dass die neue Samtgemeinde Aue mit Leben gefüllt wird und das Land die zeitlichen Weichen dafür stellen möge, damit im kommenden Jahr sogleich auch der neue Samtgemeindebürgermeister gewählt werden kann.

„Es ist ein wirklich historischer Tag in einem tollen Ambiente“, meinte Innenminister Uwe Schünemann. Er freue sich, dass die Bodenteicher und Wrestedter ihren Worten auch Taten folgen ließen und den schwierigen Prozess hin zur Fusion bewältigt haben. Denn er wisse natürlich ganz genau: „Wenn das Land entscheidet, dann weiß man wenigstens, auf wen man schimpfen kann...“ Aus eigener Kraft haben dies bislang im Landkreis Uelzen (wie berichtet) noch die Samtgemeinden Bevensen und Altes Amt Ebstorf geschafft. „Und wahrscheinlich wird es noch die eine oder andere Zusammenlegung geben“, stellte Schünemann vage in Aussicht. – Mancher mag dabei wohl an eine Fusion der Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg gedacht haben...

Schünemann bescheinigte den Bodenteichern und Wrestedtern, dass sie einen richtigen Schritt getan hätten, um auf Dauer lebensfähig zu sein. Um sinkende Einwohnerzahlen würde er sich primär keine Sorgen machen – und blickte offensichtlich wieder über die Kreisgrenze in Richtung Lüchow-Dannenberg: „Da bereitet mir Ihre Nachbarschaft viel mehr Sorgenfalten.“ Mit der künftig 12 877 Einwohner zählenden Samtgemeinde Aue „sind Sie ja schon fast ein halber Landkreis“, schmunzelte Schünemann vor amüsiertem Publikum.

Künftig, so Schünemann, gelte es, die neue Samtgemeinde zu leben. Dabei riet er vor allem, die freiwilligen Leistungen im Blick zu behalten. Ansonsten gab er den Bodenteichern und Wrestedtern mit auf den Weg: „Die Voraussetzungen sind hervorragend. Sie werden eine gute Zukunft haben, Sie werden die Weichen richtig stellen.“

Uelzens Erster Kreisrat Heiko Blume gab den Fusionierten genau das mit auf den Weg, was er vor wenigen Monaten bereits den Kollegen aus Ebstorf und Bevensen riet: „Vertragen Sie sich!“

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