Vorsitzender des Fördervereins Frank Seidel möchte Zeichen von der Politik

Wie geht es mit dem Waldbad weiter?

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Das ausgezeichnete Wetter im Jahr 2018 trug zu höheren Besucher-Einnahmen im Waldbad Bad Bodenteich bei. Dennoch war die Zukunft des Bades nun Thema in einer Sitzung des Samtgemeinderates Aue.

Bad Bodenteich – Es war eine eindringliche Bitte, die Frank Seidel, Vorsitzender des Fördervereins für das Bad Bodenteicher Waldbad, in der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates Aue vorbrachte.

„Im Moment fehlt uns die Aussage, wie es mit dem Waldbad weitergeht“, sagte er, an die Ratsmitglieder gerichtet.

„Es wäre ein sehr schönes Zeichen, wenn Sie uns über einen längeren Zeitraum sagen könnten: Das Waldbad bleibt erhalten.“ Einige Sponsoren würden das Bad gerne längerfristig unterstützen, bräuchten dafür aber eine Perspektive.

Doch in der Ratssitzung gab es nur von der SPD/Grünen/Dr. Hintze-Minderheitsgruppe ein klares Bekenntnis zum Fortbestand des Waldbades. Die CDU/WGA/FDP-Gruppe hielt sich noch bedeckt. „Was der Förderverein geleistet hat, ist wirklich ehrbar“, erklärte Herbert Rathje (SPD). Seine Gruppe sei für die langfristige Sicherung des Bades. „Wir wollen sicherstellen, dass es wirklich an sieben Tagen in der Woche geöffnet ist.“

Zum entscheidenden Punkt könnte ein Antrag werden, den die Mehrheitsgruppe 2016 in den nichtöffentlichen Samtgemeindeausschuss eingebracht hat. Demnach darf der jährliche Zuschussbedarf des Waldbades 80.000 Euro nicht überschreiten. Andernfalls soll über Strukturveränderungen im Betrieb des Bades beraten werden. Der Antrag sei von der Politik „aber noch nicht behandelt worden“, teilte Samtgemeindebürgermeister Michael Müller mit.

In den vergangenen Jahren wurde Defizitgrenze deutlich überschritten, mitunter lag der Fehlbetrag bei etwa 150.000 Euro. Dank des ehrenamtlichen Engagements des Fördervereins und hoher Besucherzahlen bei gutem Wetter wurde das Defizit im Jahr 2018 aber auf unter 100.000 Euro gesenkt.

Nach Ansicht von Hans-Joachim Kogerup (SPD), Ratsherr aus Bad Bodenteich, hat der CDU/WGA/FDP-Antrag von 2016 zur Folge, dass weitere Ausgaben im Waldbad nicht möglich wären. Kogerup appellierte daher an die Mehrheitsgruppe: „Wir benötigen nur eine Stimme von Ihnen, um diesen Antrag rückgängig zu machen.“

Im Gespräch mit der AZ äußerte Max Lemm (CDU), Sprecher der Mehrheitsgruppe, dazu: „Wir stehen zum Waldbad und sehen dort eine langfristige Perspektive“, betonte er. Seine Gruppe würdige die Arbeit des Fördervereins, könne den gestellten Antrag aber nicht einfach zurückziehen. „Das wäre ein Signal wie: ,Das ist uns egal‘, und das ist es eben nicht“, sagte Lemm. Stattdessen müssten die Kosten im Auge behalten werden. Die Senkung des Defizits sei „absolut positiv“, so Lemm. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Es besteht kein akuter Handlungsbedarf zu sagen: Das Waldbad wird geschlossen oder an mehreren Tagen pro Woche dicht gemacht.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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