Die „Jungen Leute“ in Langenbrügge ernennen Harald Schütze zum neuen Prinzen

Das Geheimnis ist gelüftet

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Die Frauen vom Langenbrügger Staatsballett begeisterten auf der Prunksitzung wieder mit neuen Tanzdarbietungen.

Langenbrügge. Die „Jungen Leute“ in Langenbrügge sind eine Institution für sich. Eine verschworene Gemeinschaft und der funktionierende Unterbau der Langenbrügger Fastnachtsgemeinschaft.

Sie bauen den Wagen für den Prinzen, sie bringen Sketche auf die Bühne und sie wissen mehr als die anderen. Sie suchen den Prinzen aus und stellen ihn auf der Prunksitzung vor, küren ihn und lassen ihn hochleben. Bis dahin gehört die namentliche Inthronisierung zum bestgehütetsten Geheimnis im Dorf, das am Ende der Sitzung gelüftet wird.

Harald Schütze ist der neue Langenbrügger Prinz. Ihm zur Seite steht seine Frau Katrin.

Zum neuen Langenbrügger Prinzen ernannten die „Jungen Leute“ Harald Schütze. In der langen Ahnen-Galerie ist er nun der 64. Prinz. Ihm zur Seite steht die Prinzessin Katrin. Verabschiedet wurde Prinz Oliver Brink, der bis zuletzt auf eine Wiederwahl hoffte – „Prinz sein ist geil“. Prinz sein in Langenbrügge aber kann man nur einmal im Leben. Einen Jubiläumsorden gab es für die Altprinzen Lothar Cohrs (2008) und Herbert Willmann (1998).

Vor der Prinzenproklamation gab es ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm mit viel Musik, Büttenreden und launigen Ansprachen. Zeremonienmeister Dirk Kandreyer ließ es sich nicht nehmen, über GroKo, Bundestag und Kommunalpolitik zu kalauern und über den leidgeprüften Hamburger SV herzuziehen.

Nach der kürzlich erfolgten Auflösung des Langenbrügger Spielmannszuges stellte Kandreyer nun einen Spielmannszug-Simulator vor. Musikalisch getoppt wurde der allerdings durch den Vorstand der Fastnachtsgemeinschaft, der sich als Gesangverein präsentierte und dem Prinzen Olli mit mehr oder weniger geglücktem Gesang huldigte.

Durfte auf der Prunksitzung der „Jungen Leute“ in Langenbrügge natürlich nicht fehlen: die Polonaise durch den Saal.

Es gab eine Zeit, da waren die Männer durchaus noch unter sich, feierten fröhlich und amüsierten sich köstlich. Faslam in Langenbrügge war wie das Begehen eines Heldentages, allenfalls zum abendlichen Tanzvergnügen ließen die Herren ihre Damen auf den Saal. Das ging über Jahrzehnte so. Bis 1991 die Damen ihrerseits die Initiative ergriffen, das Langenbrügger Staatsballett ins Leben riefen und damit auch so manch ergraute Eminenzen begeistern konnten.

Faslam ohne Frauen gibt es seither in Langenbrügge nicht mehr. Sie gehören zum festen Bestandteil der Prunksitzung und würzen ihre Auftritte alljährlich mit neuen Tanzdarbietungen. Das war auch jetzt wieder so. Und die Damen sorgten mit der abschließenden Küsschenparade für den amtierenden Prinzen für dessen Höhepunkt im Regentendasein.

Von Ulli Bleuel

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