Bad Bodenteichs neuer Schützenkönig fühlt sich nach seinem Triumph um 34 Jahre zurückversetzt

Ein Gefühl wie einst die Vaterschaft

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Der neue Schützenkönig Peter Brause (rechts) jubelte, als ihm Bürgermeister Edgar Staßar den Siegerpokal überreichte.

Bad Bodenteich. Als der neue Bad Bodenteicher Schützenkönig Peter Brause gestern Abend bekannt gegeben wurde, fühlte er sich plötzlich ins Jahr 1983 zurückversetzt – dem Jahr, in dem seine Tochter geboren wurde. „Das ist ein unglaubliches Gefühl.

Man kann es damit vergleichen, als ich das erste Mal Vater wurde“, erzählte die neue Majestät der Bodenteicher Gilde im Überschwang der Freude. Denn in einem an Spannung kaum noch zu überbietenden Wettkampf hatte sich der 58-Jährige erst im zweiten Stechen durchgesetzt.

Insgesamt 31 Schützen beteiligten sich am Königsschießen. Dabei erzielten Brause, Henning Luhmann und Chris Nahrstedt mit der höchstmöglichen Trefferzahl von 36 das exakt gleiche Ergebnis. Im ersten Stechen schied Nahrstedt knapp aus, während die beiden anderen Schützen erneut jeweils eine 36 schossen. Im zweiten Stechen setzte sich Brause dann – wieder mit einer 36 – hauchdünn gegen Luhmann durch. Damit wurde er Nachfolger des letztjährigen Königs Joachim Gade.

In einer Kutsche wurden Schaffer Arnold Hübing junior, der bisherige König Joachim Gade, Bürgermeister Edgar Staßar und Oberschaffer Thomas Schlechter (von links) durch Bad Bodenteich gefahren.

„Dreimal 36, das ist schon ein Brett. Aber die Gegner waren auch stark, die ließen nicht locker“, sagte Brause, der Schießwart der Bodenteicher Rotte ist. Der Schützengilde gehört er seit 26 Jahren an, vor zwei Jahren war er zum Schaffer ernannt worden. „Eigentlich hatte ich heute Morgen beim Aufstehen ein ungutes Gefühl“, verriet Brause. Umso überraschender kam für ihn der Schieß-Erfolg. Unter dem Applaus und den Jubelrufen der Zuschauer im Festzelt überreichte Bürgermeister Edgar Staßar den Siegerpokal an den neuen König, der als Dreher im Wolfsburger Volkswagen-Werk arbeitet. Brauses Lebensgefährtin Celestina Rychert erhielt zudem einen hübschen Blumenstrauß.

Die Original Heidemusikanten aus Brome sorgten für die stimmungsvolle Begleitung des Schützenfests.

Das Amt des ersten Ritters übernimmt Henning Luhmann, zweiter Ritter ist Chris Nahrstedt. Als Schaffer steht der „Spieß“ der Bodenteicher Rotte, Gerhard Wolters, der neuen Majestät ein Jahr lang zur Seite. Den Pokal der ehemaligen Majestäten gewann Ralf Schwerin, der Adjutant von Oberst Holger Köhnecke ist. Die Gilde-Ehrenketten sicherten sich – in dieser Reihenfolge – ebenfalls Ralf Schwerin sowie Gerhard Wolters und Anatoli Schewalje. Mit dem Verdienstorden des Fleckens Bad Bodenteich wurden die bisherige Majestät Joachim Gade und Festwirt Oliver Brink ausgezeichnet. Außerdem standen drei Beförderungen an: Andreas Holzapfel zum Major sowie Wilhelm Meyer und Harald Kufner zum Oberfähnrich. In den Ehrenoffiziersstand erhoben wurden Thomas Ziemer (Neustädter Rotte) und Detlef Reinke (Jäger-Kompanie).

Der Parademarsch auf dem Burghof war einer der Höhepunkte des gestrigen Schützenfesttages.

Offiziell eröffnet worden war der gestrige Haupttag des Schützenfests um 12 Uhr durch Bürgermeister Staßar. Nach alter Tradition verkündete er auf dem Burghof die Statuten des Fests. Demnach sind Rauchen während des Marschierens, Schimpfworte und unanständiges Betragen verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Strafgeldern geahndet, die in die Kassen der jeweiligen Rotte fließen, erklärte Staßar. Nach dem Verlesen der Statuten folgten der Parademarsch auf dem Burghof, musikalisch untermalt von den Original Heidemusikanten aus Brome, und der große Festumzug durch Bad Bodenteich.

Von Bernd Schossadowski

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