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Freibäder in der Samtgemeinde Aue senken Wassertemperatur

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Von: Bernd Schossadowski

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Kinder und Jugendliche baden im Schwimmbecken des Bad Bodenteicher Waldbades.
Im Bad Bodenteicher Waldbad wurde die Wassertemperatur von 23 auf 21 Grad gesenkt, um Gas zu sparen. Auch in den Sommerbädern Wieren und Stadensen ist das Wasser etwas kühler. © Bernd Schossadowski

Die drei Freibäder in der Samtgemeinde Aue – in Bad Bodenteich, Wieren und Stadensen – haben in dieser Saison ihre Wassertemperatur um ein bis zwei Grad gesenkt, um angesichts der hohen Preise und der drohenden Versorgungskrise Gas zu sparen.

Bad Bodenteich/Wieren/Stadensen/Rosche – Der Appell von Klaus Müller war eindringlich: „Jedes unbeheizte Freibad hilft – vor allem wegen der Signalwirkung und weil wir Gas für Wichtiges brauchen“, hatte der Präsident der Bundesnetzagentur unlängst in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärt. Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde sei wichtig, um der drohenden Versorgungskrise beim Gas zu begegnen. Und genau das beherzigen die drei Freibäder in der Samtgemeinde Aue – in Bad Bodenteich, Wieren und Stadensen. Sie haben die Wassertemperatur gesenkt.

Im Bodenteicher Waldbad, das von der Samtgemeinde Aue betrieben wird, ist das Wasser seit dieser Saison nur 21 statt 23 Grad warm. „Das ist in Absprache mit dem Förderverein geschehen“, sagt Verwaltungschef Michael Müller im AZ-Gespräch. „Bislang hat das Wetter ja mitgespielt, sodass die Absenkung nicht so spürbar ist.“

Beschwerden von den Badegästen habe es dazu nicht gegeben, berichtet Friedhelm Schulz, Vorsitzender des Fördervereins Waldbad. „Alle Besucher haben verständnisvoll reagiert.“ Das Ziel sei, die Energiekosten so gering wie möglich zu halten. Allerdings werde die 21-Grad-Marke an fast allen Tagen überschritten. Das Waldbad verfügt nämlich über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäudedach. „Sie heizt das Wasser nach, wenn dessen Temperatur 21 Grad beträgt. Das Ziel ist, 22 Grad zu erreichen. Wir hatten dank der Sonneneinstrahlung aber auch schon Tage, an denen es 24 Grad waren“, erklärt Schulz.

Etwas kühler als gewöhnlich ist das Wasser auch im Sommerbad Wieren. In der laufenden Saison sind es 22 bis 23 Grad, sonst waren es immer 24 Grad. Die Absenkung habe der Vorstand des privaten Betreibervereins ASW beschlossen, informiert Pressesprecher Dieter Schoop. Bei der ASW gebe es Überlegungen, die bisher recht kleine Photovoltaik-Anlage des Freibades, mit der Duschen und Heizung betrieben werden, auf die gesamte Dachfläche des Hauptgebäudes auszudehnen. „Das würde aber hohe Investitionskosten verursachen, die wir als Verein nicht stemmen könnten. Ohne Fördermittel wäre das nicht möglich“, betont Schoop.

Auch im Sommerbad Stadensen wurde die Wassertemperatur gesenkt, und zwar von 24 auf 23 Grad, berichtet Reinhard Wagner, Vorsitzender des privaten Trägervereins ISO. „Einige Besucher haben gesagt, dass das Wasser recht kalt sei, andere haben aber Verständnis gezeigt“, schildert er. „Jetzt hoffen wir, dass die heißen Tage helfen.“ Aufgrund der sehr kühlen Temperaturen im Mai war die Saisoneröffnung um zwei Wochen nach hinten verschoben worden, sagt Susanne Leske, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der ISO. So öffnete das Stadenser Bad diesmal erst am 1. Juni.

Dagegen sieht die Samtgemeinde Rosche keine Notwendigkeit, die Wassertemperatur im Roscher Freibad wegen der Gaskrise zu senken. „Wir sind in der glücklichen Lage, die Abwärme des benachbarten Blockheizkraftwerks nutzen zu können“, verrät Verwaltungschef Michael Widdecke. Somit könne man den Badegästen 26 Grad warmes Wasser anbieten. Gas benötige die Samtgemeinde dafür nicht.

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