Nur noch 1300 Asylbewerber kamen im März nach Niedersachsen

Flüchtlings-Zustrom abgeebbt

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Die ehemalige Notunterkunft in Bad Bodenteich ist aufgrund deutlich gesunkener Flüchtlingszahlen seit August 2016 verwaist – ein Spiegelbild für Niedersachsen. 

bs/dpa Bad Bodenteich/Hannover. Zu Spitzenzeiten – im Februar und März 2016 – hatten noch 660 Flüchtlinge auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich gelebt.

In der seit Dezember 2015 vom DRK-Kreisverband Uelzen betriebenen Notunterkunft wurden damals sogar ein Kindergarten, ein Spielplatz und ein Fitness-Studio eingerichtet (AZ berichtete). Doch seit August vergangenen Jahres ist das Areal verwaist, die letzten Bewohner wurden auf andere Unterkünfte verteilt. Der Grund waren deutlich gesunkene Flüchtlingszahlen.

Die Situation in Bad Bodenteich ist ein Spiegelbild für ganz Niedersachsen. Bis zu 20 000 neue Flüchtlinge kamen noch vor eineinhalb Jahren monatlich – jetzt sind es nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums seit einem Jahr konstant zwischen gut 1000 und 1600 im Monat. Im März dieses Jahres waren es knapp 1300 neue Flüchtlinge, die in den Erstaufnahme-Einrichtungen untergebracht wurden.

Die Zahl der Unterbringungsplätze hat das Land längst angepasst. Belegt seien aktuell von den sofort verfügbaren rund 6000 Plätzen etwa 2600, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Neuankommende Flüchtlinge würden gleichmäßig auf die Erstaufnahme-Einrichtungen im Land verteilt.

Doch der Rückbau der Kapazitäten geht weiter. Ab kommenden Jahr sollen laut Ministerium noch 4850 Plätze sofort belegbar sein. Mit einem Vorlauf von wenigen Tagen könnten weitere 2830 hinzukommen. Sollte der Flüchtlingsstrom wieder deutlich ansteigen, gibt es in einer dritten Stufe Reserve-Plätze. 12 800 Unterbringungsplätze könnten so mit einem zeitlichen Vorlauf von zwei bis sechs Wochen zur Verfügung stehen. Damit verfüge Niedersachsen über eine Gesamtkapazität von insgesamt 20 480 Plätzen.

Niedersachsen hatte vor dem Hintergrund der stark zurückgegangenen Zuwanderungszahlen ein neues Unterbringungskonzept entwickelt. So könne das Land in Zukunft kurzfristig auf plötzlich steigende Zugangszahlen reagieren, sagte der Sprecher. Bis Anfang 2017 wurden alle in den beiden Vorjahren geschaffenen Not- und Behelfsunterkünfte zurückgebaut. Neuankommende Flüchtlinge werden durch die Landesaufnahmebehörde zunächst an den Standorten Bramsche, Osnabrück, Braunschweig, Oldenburg, Bad Fallingbostel und Friedland aufgenommen.

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