Samtgemeinderat will Erstaufnahmestelle

Bodenteicher Notunterkunft: 750 Flüchtlinge bis zum 6. Dezember

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In diesem Gebäude auf dem ehemaligen BGS-Gelände befindet sich der Speisesaal der Notunterkunft. Er bietet Platz für 450 Personen. Das Essen wird von einem Caterer angeliefert.

Bad Bodenteich. Die Fluchttreppen aus Metall wurden bereits an den Wohngebäuden angebaut. Im Inneren der Unterkünfte auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich wird noch fleißig gearbeitet. Der Umbau geht aber offenbar schneller voran als erwartet.

Hatte Daniel Muhsik, Leiter der DRK-Notunterkunft, kürzlich vom Einzug der ersten Flüchtlinge am Wochenende des 5. und 6. Dezember gesprochen, so scheint es nun schon am Freitag, 4. Dezember, soweit zu sein.

Die Fluchttreppen an den Wohngebäuden in Bad Bodenteich stehen bereits. Der Einzug der ersten Flüchtlinge steht kurz bevor.

„Die Flüchtlinge kommen an diesem Tag mit dem Zug am Bahnhof Laatzen an und werden von dort mit Bussen nach Bad Bodenteich gebracht“, sagte Meike Karolat, Sprecherin des DRK-Kreisverbandes Uelzen, der AZ. Diesen Termin nannte Ordnungsamtsleiter Hendrik Schulze jetzt auch auf der Sitzung des Samtgemeinderates Aue. Für Freitag, Sonnabend und Sonntag nächster Woche würden jeweils 250 Flüchtlinge erwartet, sodass die Unterkunft danach mit 750 Personen ihre vorläufige Maximalzahl erreichen werde, kündigte er an. Weitere rund 250 Flüchtlinge könnten zu einem späteren Zeitpunkt hinzukommen. Insgesamt handele es sich um Personen, die noch nicht registriert oder untersucht seien und die auch keine finanziellen Leistungen erhielten.

Schulze würde die Umwandlung der Bodenteicher Notunterkunft in eine Erstaufnahmestelle des Landes begrüßen. „Das wäre eine Riesenchance“, meinte er. Laut Gesetz gelten Flüchtlinge ab ihrem 15. Aufenthaltstag als gemeldete Einwohner. „Bad Bodenteich bekäme damit auf einen Schlag etwa ein Viertel Einwohner mehr“, erklärte Schulze. Das würde auch die Schlüsselzuweisungen des Landes für den Flecken erhöhen.

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Kritisch sieht Schulze dagegen die für Februar 2016 geplante Aufnahme von 150 weiteren Flüchtlingen im Rahmen der Zuteilungsquote des Landkreises. Wie berichtet, soll diese Gruppe auf einem durch einen Zaun abgetrennten Bereich des Areals untergebracht werden. Es sind bereits registrierte Asylbewerber, die Geldleistungen erhalten. Daraus könnten Konflikte mit den Bewohnern der DRK-Notunterkunft entstehen, warnte Schulze. In Gesprächen mit dem niedersächsischen Innenministerium will der Kreis Uelzen deshalb klären, ob die Unterkunft für die 150 Flüchtlinge tatsächlich errichtet wird. Bis gestern Mittag hatte der Kreis dazu noch keine Rückmeldung aus Hannover erhalten, sagte Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Anfrage.

Der Rat der Samtgemeinde Aue sprach sich für die Einrichtung einer Erstaufnahmestelle vor Ort aus. „Das wäre das Richtige“, meinte Andreas Dobslaw, Sprecher der Gruppe SPD/Dr. Hintze/Grüne. Einen Zaun zwischen den beiden Flüchtlingsgruppen zu errichten „wäre für uns nicht vertretbar“, betonte Heinz-Hermann Schulze (CDU).

Von Bernd Schossadowski

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