Flecken veräußert seine Immobilie für 20 000 Euro an örtlichen Möbelhersteller

Firma Werkhaus kauft Bahnhof in Bad Bodenteich

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Das Bahnhofsgebäude in Bad Bodenteich hat einen neuen Eigentümer. Auf Beschluss des Rates hat der Flecken es jetzt an die Firma Werkhaus verkauft. Das Stellwerk der Deutschen Bahn bleibt aber in dem Objekt erhalten.

Bad Bodenteich. Die Ratssitzung neigte sich bereits ihrem Ende zu, als Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar beinahe poetisch wurde. „Wir haben die Kuh vom Eis“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend.

Kurz zuvor hatte der Rat einstimmig beschlossen, das Bodenteicher Bahnhofsgebäude, das dem Flecken gehört, für 20 000 Euro an die örtliche Firma Werkhaus zu verkaufen. „Wir können zufrieden sein. Damit sind wir eine Sorge los“, freute sich Staßar. Denn damit fallen die Unterhaltungskosten für den Flecken künftig weg.

Wie berichtet, hatte dieser das Gebäude vor einigen Jahren von der Deutschen Bahn erworben. Lange Zeit hatten sich Politik und Verwaltung in Bad Bodenteich um einen Verkauf der Immobilie bemüht – bislang ohne Erfolg. Jetzt hat es geklappt. Der Vertrag sei schon vor einigen Tagen unterzeichnet worden. Durch den Ratsbeschluss sei der Verkauf nun rechtskräftig, erklärte Staßar.

Was die Firma Werkhaus, die unter anderem Mobiliar für Haus und Büro herstellt, mit dem neu erworbenen Gebäude vorhat, ist noch unklar. Die Unternehmensleitung war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Staßar kann sich jedoch vorstellen, dass Werkhaus den Bahnhof saniert und dort Lagerräume für seine Produkte schafft. „Das Gebäude ist nämlich voll unterkellert“, sagte er. Möglicherweise könnte auch ein Ausstellungs- und Verkaufsraum geschaffen werden, so Staßar. Die Wohnung im Obergeschoss biete sich für die Unterbringung von Werkhaus-Mitarbeitern, zum Beispiel von Praktikanten, an.

Dagegen muss das Stellwerk der Deutschen Bahn in dem Gebäude erhalten bleiben. Das schreibt der Vertrag mit dem Schienen-Unternehmen vor. Somit wird das Gebäude weiterhin die Funktion eines Bahnhofs haben. Auch für den Zugverkehr ergeben sich keine Änderungen.

Die Opposition im Rat ist über den Bahnhofs-Verkauf ebenfalls erleichtert. „Es ist gut, dass wir diesen Klotz am Bein losgeworden sind“, sagte Dr. Birgit Janßen (Grüne). Die Verpflichtung, dass das Stellwerk nicht angetastet werden darf, erschwere die Nutzung des Objekts. „Wir haben daher großes Glück gehabt, dass Werkhaus das Gebäude gekauft hat und in Schuss bringen will“, meinte Janßen.

Allerdings bleibt dem Flecken ein anderes Sorgenkind erhalten. Wie berichtet, ist der Verkauf des ehemaligen Schützenhauses geplatzt. Nun setzt der Rat darauf, dass die Immobilie durch ein Uelzener Maklerbüro vermarktet wird. „Wir hoffen, dass wir auf diesem Weg einen Käufer finden“, sagte Staßar. Einstimmig beschloss der Rat jetzt, die Spende über 10 000 Euro, die der Vertreter des Kaufinteressenten dem Flecken gewährt hat, anzunehmen. Wofür das Geld verwendet werden soll, steht noch nicht fest.

Von Bernd Schossadowski

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