Feuerwehr weckt schlafendes Ehepaar in brennendem Haus

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Einsatzkräfte aus fünf Feuerwehren löschten gestern Morgen den Brand dieses Wohnhauses in Lüder. Dabei wurden die beiden schlafenden Bewohner von zwei Feuerwehrleuten geweckt und unverletzt ins Freie gebracht.

Lüder. Was wäre passiert, wenn Aues Vize-Gemeindebrandmeister Thomas Lampe und Gemeindepressewart Horst Ratzeburg einen Augenblick später am brennenden Wohnhaus an der Röhrser Straße in Lüder eingetroffen wären?

Darüber mag Ratzeburg lieber nicht spekulieren. Fakt ist, dass Lampe und er ein älteres Ehepaar – die einzigen Bewohner des Hauses – am Mittwochmorgen buchstäblich in letzter Minute vor den Flammen gerettet haben. Die beiden sind unverletzt.

„Es war dramatisch“, erzählt Ratzeburg gestern im AZ-Gespräch. Als er zusammen mit Lampe um kurz nach 2.30 Uhr vor dem Wohnhaus eintraf, waren sie die ersten Einsatzkräfte am Brandort. „Aus dem Dachstuhl schlugen schon die Flammen. Thomas Lampe rief: ,Da sind noch Menschen drin‘“, berichtet Ratzeburg. Gemeinsam versuchten sie, die Haustür aufzubrechen – vergeblich. Deshalb schlugen sie an die Jalousien vor den Fensterscheiben und machten sich durch Rufe bemerkbar, um die schlafenden Bewohner zu wecken.

Plötzlich öffnete ein Mann das Schlafzimmerfenster im ersten Stock. „Machen Sie die Tür sofort auf, Ihr Haus brennt“, riefen Lampe und Ratzeburg dem ahnungslosen Bewohner zu. Dieser verschwand daraufhin kommentarlos vom Fenster. „Da haben wir erst mal einen Schreck gekriegt. Es wäre ja möglich gewesen, dass er es für einen Scherz hält“, erinnert sich Ratzeburg. Eine gefühlte Ewigkeit später öffnete der Mann schließlich die Haustür und ließ die beiden Helfer hinein. Diese stürmten die Treppe hinauf und retteten die Ehefrau unversehrt aus dem Schlafzimmer. Viel später hätte das nicht passieren dürfen, denn das Feuer hatte sich bereits bis ins Nachbarzimmer ausgebreitet.

Auch die kurz darauf eintreffenden Feuerwehren aus Lüder, Bad Bodenteich, Langenbrügge, Reinstorf und Uelzen standen vor einer besonderen Herausforderung. „Ein Innenangriff war aufgrund des Vollbrandes nicht möglich“, erklärt Bad Bodenteichs Ortsbrandmeister Thomas Flaak. Ein Ziel der Löscharbeiten sei gewesen, das Übergreifen der Flammen auf ein Nebengebäude zu verhindern. Das gelang aber nicht: Ein Teil dieses Gebäudes mitsamt der darauf installierten Photovoltaik-Anlage wurde vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen.

„Die Ausbreitung ging rasend schnell“, schildert Lüders Ortsbrandmeister Klaus Meyer. Doch nicht nur die Flammen und der dichte Rauch hätten einen Innenangriff der Wehren fast unmöglich gemacht. Auch die alten Lehmschlagdecken des um 1900 gebauten Hauses seien eine Gefahr für die Einsatzkräfte gewesen. „Die Decken wurden durch das Löschwasser aufgeweicht und drohten herunterzubrechen“, sagt Meyer. Zum Glück seien weder Feuerwehrleute noch Bewohner bei dem Brand verletzt worden.

Dachstuhlbrand in Lüder

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