Aues Brandmeister Thomas Lampe warnt vor Löschwasser-Mangel

Löschwasser-Mangel! Aues Feuerwehr schlägt Alarm

Die Feuerwehr der Samtgemeinde Aue – hier bei einer Waldbrandübung – warnt vor einem zu niedrigen Grundwasserstand. Dies sei ein generelles Problem, das nicht nur Aue betreffe, sagt Thomas Lampe. ArchivFotos: Privat/Sternitzke
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Die Feuerwehr der Samtgemeinde Aue – hier bei einer Waldbrandübung – warnt vor einem zu niedrigen Grundwasserstand. Dies sei ein generelles Problem, das nicht nur Aue betreffe, sagt Thomas Lampe.

Aue – Thomas Lampe mahnt zur Eile: „Das muss jetzt angegangen werden“, sagt Aues Gemeindebrandmeister. Gemeint ist das Problem der versiegenden Löschbrunnen.

Thomas Lampe, Gemeindebrandmeister Aue

Die heißen und trockenen Sommer der Jahre 2018 und 2019 fordern ihren Tribut: Der Grundwasserstand sinkt, die Pumpen der Feuerwehren kommen nicht mehr an das Wasser heran. Sobald der Stand tiefer als acht Meter sinkt, sei technisch nichts mehr zu machen, teilt Lampe mit. Zum Glück habe es in den vergangenen Jahren in der Samtgemeinde keine größeren Einsätze gegeben, zeigt sich Lampe erleichtert.

Zur Not müsse man auf das Trinkwassernetz zurückgreifen, sagt Lampe. Denn noch habe sich kein Löschbrunnen von der Trockenzeit erholt, das weiß Lampe durch die monatliche Prüfung der Brunnen.

Bei Breitenhees beispielsweise befindet sich ein Brunnen, der zwar im vergangenen Jahr mit Wasser befüllt wurde – man sei sich aber nicht sicher, ob das Wasser noch vorhanden oder schon versickert sei, sagt der stellvertretende Gemeindebrandmeister Torben Oetzmann.

Gleichzeitig müsse das Trinkwassernetz aber auch erweitert werden, fordert Lampe. Die Wege würden immer weiter und bei einem Einsatz außerhalb eines Ortes könne es bei Löscharbeiten schon zu Problemen kommen, da auch natürliche Gewässer wie Flüsse oder Seen versiegen.

Neue Löschbrunnen zu bohren, kostet wiederum viel Geld: Um die 15.000 Euro schätzt Lampe die Kosten. Eine Alternative könnten hingegen sogenannte Tiefbrunnen sein, mit denen man auch Wasserreserven unterhalb der Acht-Meter-Grenze anzapfen könne. Dies könnten die normalen Pumpen der Feuerwehr jedoch nicht mehr bewerkstelligen, stattdessen müsse das Wasser mit elektrischen Pumpen gefördert werden – wodurch der Brunnen wiederum ans Stromnetz angeschlossen werden müsse, sagt Lampe. Die Kosten für solch einen Tiefbrunnen würden dann dementsprechend um einiges höher ausfallen als die eines herkömmlichen Brunnens.

Lampe erzählt außerdem, dass er das Problem bereits im zuständigen Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde Aue gemeldet habe. In der Politik hätten jedoch jahrelang andere Prioritäten gegolten, erst durch die vergangenen zwei Jahre sei die Aufmerksamkeit gewachsen. Samtgemeindebürgermeister Michael Müller teilte auf AZ-Anfrage mit, dass man sich im nächsten Jahr zu dem Problem beraten wolle und außerdem prüfen müsse, ob Fördermittel beantragt bzw. bereitgestellt werden können. Auch Lampe stellt die Frage in den Raum, ob man Zuschüsse vom Land beantragen könne. Denn die versiegenden Löschbrunnen würden nicht nur Aue betreffen, sondern seien ein generelles Problem.

VON DANIEL BIELING

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