Zugausfall und stundenlanges Warten auf Busse: Bad Bodenteicherin ist sauer auf Bahnunternehmen

Erixx-Fahrt wird zur Odyssee

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Heide Humm aus Bad Bodenteich hat nach einem Ausfall des Erixx mehr als dreieinhalb Stunden bei eisiger Kälte im Braunschweiger Bahnhof auf den Ersatzbus warten müssen. Die 61-Jährige, die einen Schwerbehindertenausweis besitzt, erlitt daraufhin einen Rheumaschub.

Bad Bodenteich. Eigentlich wollte Heide Humm nach einem anstrengenden Besuch bei ihrer Rheuma-Ärztin in Goslar nur schnell mit dem Erixx nach Hause fahren.

Doch was die Bad Bodenteicherin, die infolge ihrer Erkrankung auf den Rollator angewiesen ist und einen Schwerbehindertenausweis besitzt, am Mittwoch vor einer Woche erlebte, war eine Odyssee. Dreieinhalb Stunden musste die 61-Jährige zum Umsteigen im Braunschweiger Bahnhof ausharren, weil der Erixx wegen eines Schienenbruchs bei Wenden-Bechtsbüttel nicht fahren konnte und ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden musste. Als Heide Humm schließlich per Bus in Bodenteich ankam, war es 23. 40 Uhr. Planmäßig hätte der Zug um 18. 34 Uhr dort sein sollen.

„Ich bin richtig brastig“, sagt Heide Humm im AZ-Gespräch. Natürlich könnten auf einer Bahnstrecke immer mal Störungen auftreten. Doch dass der private Betreiber Erixx die vielen wartenden Fahrgäste stundenlang nicht über die Dauer der Verspätung und die erwartete Ankunftszeit der Ersatzbusse informiert habe, sei unerträglich. Auf Anfrage habe das Bahnpersonal vor Ort „kaum brauchbare Auskünfte“ gegeben, kritisiert Heide Humm.

„Wie andere Mitreisende habe auch ich mich nicht getraut, den Bussteig für längere Zeit – zum Beispiel zum Aufwärmen oder für einen Toilettengang – zu verlassen, aus Angst, der Bus könnte inzwischen kommen und ohne mich abfahren“, schildert die 61-Jährige ihr Dilemma. Die Folge: Durch mehr als dreieinhalb Stunden langes Stehen in eisiger Kälte habe sie in der folgenden Nacht einen Rheumaschub bekommen, das Bett hüten müssen und große Schmerzen erlitten.

Heide Humm fragt sich: „Hätte man die Reisenden nicht viel früher auf mögliche andere Routen – in diesem Fall über Hannover nach Uelzen – hinweisen können und müssen? Hätte man die Gestrandeten nicht in einen beheizten Wartebereich bitten können, dort mit Informationen versorgen und sie von dort bei Ankunft der Busse zu diesen geleiten können?“

Erixx könne die Verärgerung der Bad Bodenteicherin nachvollziehen, erklärt Birthe Ahting, Pressesprecherin des Eisenbahnunternehmens, gestern auf AZ-Anfrage. „Wir möchten an dieser Stelle um Entschuldigung bitten.“ Das Krisen- und Kommunikationsmanagement habe „in diesem Fall leider nicht so funktioniert, wie wir es uns wünschen“, gibt Ahting zu. Man habe die Informationen unvollständig und zu spät herausgegeben. „Wir werden uns bei Frau Humm persönlich entschuldigen und ihr eine Entschädigung zukommen lassen“, verspricht sie.

Nach dem Schienenbruch habe Erixx sich umgehend um Ersatzbusse bemüht. Jedoch hätten fast alle regionalen Busunternehmen ihre Fahrer und Busse im Berufsverkehr im Einsatz gehabt und deshalb nicht aushelfen können. Erst nach einiger Zeit habe Erixx ein Unternehmen gefunden, das Busse stellen konnte.

Von Bernd Schossadowski

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