Veröffentlichung der Gutachten zum Schützenhaus liegt nun in den Händen der Ratsmitglieder

Entscheidung über Entscheidung

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Das Schützenhaus in Bad Bodenteich steht bei der Ratssitzung am Montag erneut im Mittelpunkt. Neben einem Sachstandsbericht wird es auch um die Veröffentlichung von Sachverständigengutachten gehen.

Bad Bodenteich. Gleich zwei Punkte auf der Tagesordnung zur Ratssitzung des Fleckens Bad Bodenteich befassen sich mit dem Schützenhaus. Zum einen erwartet die Anwesenden ein Sachstandsbericht, zum anderen geht es um einen Antrag des Abgeordneten Dr. Horst-Michael Hintze (SPD-GFW-Gruppe).

Dieser fordert, die „Kostenschätzung für die Dachsanierung und die Brandschutzmaßnahmen sowie die Prüfberichte über die elektrischen und raumlufttechnischen Anlagen des Schützenhauses der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“. Am kommenden Montag könnte in der öffentlichen Sitzung, die ab 18. 30 Uhr im Bürgerbüro stattfindet, darüber entschieden werden.

Gestellt hat Dr. Hintze den Antrag kurz nach der letzten öffentlichen Ratssitzung am 11. Juli. Wie berichtet, hatte Diplom-Ingenieur Manfred Manke dort seine Kostenschätzung für die Sanierungsmaßnahmen des Objektes mit einem Gesamtbetrag von knapp 1,1 Millionen Euro beziffert. Angesichts dieser Summe wurde auch offen über den Abriss des Gebäudes diskutiert, doch ein Beschluss erfolgte nicht.

Das war vor der Sommerpause. Nun, fast ein Vierteljahr später, rückt das Thema wieder in den Mittelpunkt der politischen Entscheidungsträger. Gemeindedirektor Frank Juchert hatte erklärt, die Gemeinde wolle sich hinsichtlich der tatsächlichen Kosten eine zweite Meinung einholen. Und: „Es darf keine Denkverbote geben“, lautete seine Klarstellung hinsichtlich der Optionen – Sanierung, Verkauf oder Abriss. Mehrere Vereine und Verbände hoffen derweil, die Sanierungskosten durch persönlichen Einsatz reduzieren zu können.

Für Dr. Hintze ist in Sachen Sanierung „der Zug längst abgefahren“. Zumal er davon ausgeht, dass die Kosten hierfür letztlich auch noch etwas höher lägen. Ziel seines Antrages sei es, die Öffentlichkeit detailliert über die 43 Seiten lange Liste mit zum Teil „haarsträubenden Mängeln“ zu informieren, um ihr eine objektive Meinungsbildung zu ermöglichen. Denn: In einem nächsten Schritt möchte die SPD-GFW-Gruppe eine Bürgerbefragung durchführen, mündend in einem verbindlichen Entscheid über die Zukunft des Schützenhauses.

Grundsätzlich fällt die Entscheidung darüber, ob die Sachverständigengutachten veröffentlicht werden, allein in die Zuständigkeit von Gemeindedirektor Frank Juchert. Der hatte für einen solchen Schritt bisher keine Notwendigkeit gesehen, weil dies im Regelfall einfach nicht üblich sei – bei diesem Thema wollte er jedoch darüber nachdenken. Das Ergebnis seiner Überlegungen könnte sich am kommenden Montag jedoch erübrigen. Denn im Einzelfall kann sich auch der Rat eine Beschlussfassung vorbehalten. Sollte sich die Mehrheit der Ratsmitglieder also dafür aussprechen, die Entscheidung in dieser Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen, stünde anschließend der Antrag Dr. Hintzes zur Abstimmung.

Von Karsten Tenbrink

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