Landwirt wartet auf Genehmigung vom Landkreis

Energie für 40 Haushalte in Lüder

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In dieser Halle auf seinem Hof in Lüder will Arne-Heinrich Mielmann die Heizzentrale für sein Nahwärmenetz installieren. Im kommenden Jahr soll es in Betrieb gehen. 

Lüder. Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, der Architekt und der Brandschutzberater bestellt. Jetzt muss nur noch der Landkreis das Projekt genehmigen – dann könnte Arne-Heinrich Mielmann mit dem Bau seines Nahwärmenetzes in Lüder loslegen.

Wie berichtet, will der Landwirt Teile des Ortes mit heißem Wasser versorgen. Dieses wird in einer Biomasse-Heizzentrale erhitzt und anschließend über unterirdische Leitungen zu den angeschlossenen Häusern transportiert.

„Sobald der Bauantrag positiv beschieden ist, wird das Kesselhaus gebaut“, kündigt Mielmann an. Die Zentrale des Nahwärmenetzes wird in einer Maschinenhalle auf seinem Hof in Lüder errichtet. Geplant sind ein Heizkessel und ein 22 500 Liter fassender Pufferspeicher, der die Tagesspitzen der Wärmenutzung, speziell morgens, abfängt. Auch ein Depot für bis zu 15 Tonnen Holzhackschnitzel ist in der Heizzentrale vorgesehen. „Es soll vor allem Strauchschnitt verbrannt werden“, erklärt Mielmann. Außerdem will er schnell wachsende Gehölze wie Chinaschilf anbauen, die nach der Ernte getrocknet, geschreddert und verbrannt werden.

„Das Wasser wird eine Vorlauftemperatur von 80 Grad haben“, schildert der Landwirt. Etwa 40 Wohneinheiten im Ort sollen damit über Kunststoffrohre versorgt werden, darunter die Neue Auetal-Schule und der künftige Tagestreff des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Das Nahwärmenetz wird eine Länge von etwa 1,6 Kilometern haben. Das Ziel ist, die Leitungen zeitgleich mit dem Aufbau des Glasfasernetzes im Ort zu verlegen. „Damit man die Erde nicht zweimal aufreißen muss“, erläutert Mielmann. In jedem angeschlossenen Haus werden eine Übergabestation und ein Brauchwasserspeicher installiert – beide Anlagen stellt Mielmann. Sobald die Nahwärmeversorgung steht, können die Haushalte ihre alten Gas- oder Ölheizungen stilllegen.

Laut Mielmann wird die Wärmelieferung sieben Cent pro Kilowattstunde kosten. Das sei etwas teurer als der aktuelle Öl- oder Gaspreis. „Die Kosten amortisieren sich aber im Verlauf der Zeit, weil die Haushalte nicht alle 15 Jahre eine neue Heizung anschaffen müssen“, rechnet Mielmann vor. Darüber hinaus garantiert er eine Vollversorgung. Sollte der Hackschnitzelkessel also wegen eines technischen Defekts einmal ausfallen, stehe ein Notheizsystem bereit.

Eine wichtige Hürde hat das Vorhaben auf der jüngsten Sitzung des Rates Lüder genommen. Zwischen der Gemeinde sowie dem Ehepaar Arne-Heinrich und Simone Mielmann wurde ein Gestattungsvertrag abgeschlossen. „Dieser regelt die künftige Nutzung der gemeindlichen Straßen und Wege im Ort hinsichtlich des Verlegens von Wärmeleitungen“, berichtet Gemeindedirektor Hendrik Kunitz. Auch mit dem Landkreis hat Mielmann einen Gestattungsvertrag vereinbart. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt er. „2019 kann es losgehen.“

Von Bernd Schossadowski

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