Nach Scheitern des Schützenhaus-Verkaufs in Bodenteich: Staßar ist enttäuscht, Hintze übt scharfe Kritik

Das Ende einer Hoffnung

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Aus dem geplanten Verkauf des ehemaligen Schützenhauses in Bad Bodenteich an eine GmbH wird nun doch nichts. Der designierte Geschäftsführer der Gesellschaft hat dem Flecken eine schriftliche Absage geschickt.

Bad Bodenteich. Eigentlich war Bürgermeister Edgar Staßar voller Hoffnungen gewesen. Noch im Januar hatte er bei der Bürgerversammlung des Fleckens Bad Bodenteich verkündet, dass das diesjährige Schützenfest wohl wieder im ehemaligen Schützenhaus gefeiert werden könnte.

Doch daraus wird nichts. Der Verkauf des seit 2013 geschlossenen und mit Schimmelpilzen belasteten Gebäudes an die „Invest in Bad Bodenteich GmbH“ ist gescheitert. Das teilte deren designierter Geschäftsführer, ein Arzt aus Hannover, der Fleckenverwaltung gestern schriftlich mit – ohne eine Begründung dafür zu nennen.

Als ob das Schützenhaus noch genutzt würde: In einem Raum des Gebäudes steht dieses Regal mit Putzmitteln.

Die Absage hat Staßar kalt erwischt. „Ich bin ganz schön enttäuscht. Das kam wie aus heiterem Himmel. Ich habe fest mit einem Verkauf gerechnet“, sagt der CDU-Politiker, der den Deal eingefädelt hatte. Er kann sich nicht erklären, warum die GmbH das Schützenhaus nun doch nicht kaufen will, obwohl sie dem Flecken bereits 10 000 Euro auf den Kaufpreis von 130 000 Euro angezahlt hat. War der Sanierungsaufwand in dem Gebäude vielleicht zu hoch? Darüber will Staßar nicht spekulieren. „Das ist Kaffeesatzleserei“, antwortet er. Zudem ist er überzeugt: „Man hätte den Schimmelpilz in den Griff kriegen können.“ Nun hofft Staßar, das Haus über einen Makler doch noch an einen anderen Interessenten verkaufen zu können.

Auch Gemeindedirektor Hendrik Kunitz macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Der Verkaufsprozess habe viel Zeit und Nerven gekostet. Zuletzt hatte der Hannoveraner Arzt eine 14-tägige Frist für eine schriftliche Stellungnahme verstreichen lassen. Der Fleckenrat gewährte ihm daraufhin einen letzten Aufschub bis Mitte März (AZ berichtete). Es sei bedauerlich, dass durch das Scheitern des Verkaufs „die Fronten in der Bodenteicher Politik wieder ein bisschen verhärtet werden“, sagt Kunitz. „Aber zumindest haben wir ein Trostpflaster in Form der Spende.“

Scharfe Kritik äußert unterdessen Dr. Horst-Michael Hintze, Sprecher der SPD/WGA/Grünen-Minderheitsgruppe im Rat. „Bad Bodenteich hat wieder einmal versucht, mit einem windigen Geschäftsmann Verträge zu schließen“, meint er. Schon seit Jahren präsentiere Staßar vermeintliche Investoren, „doch es ist nie was daraus geworden“.

Die Umstände des geplanten Schützenhaus-Verkaufs haben Hintze sehr missfallen. Der potenzielle Investor habe sich den politischen Gremien und den Bürgern nie persönlich vorgestellt oder sein Nutzungskonzept vorgelegt. Der Verkaufsprozess sei undurchsichtig gewesen. „Man hat mit Zitronen gehandelt“, lautet Hintzes Fazit. Er erneuert nun eine alte Forderung seiner Gruppe: „Das Schützenhaus muss abgerissen werden. Stattdessen könnten wir dort ein modernes Mehrzweckgebäude für unsere Vereine und Verbände errichten.“

Der Hannoveraner Arzt, der als Geschäftsführer der GmbH fungieren sollte, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Bernd Schossadowski

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