Lösungsansätze für Fahrkarten-Problem und Wartehallen-Ärger am Bahnhof in Bad Bodenteich

Einweisung und Schließdienst

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Kein Warten im Warmen, keine Zugtickets: Das Bahnhofsgebäude in Bad Bodenteich bleibt seit Ende letzten Jahres für Zugreisende geschlossen.

Bad Bodenteich. „Die Fahrkartenausgabe und die Wartehalle sind ab dem 09.12. 2011 dauerhaft geschlossen“, erklären Hinweise an den verriegelten Türen des Bahnhofs in Bad Bodenteich. In der kommenden Sitzung des Verwaltungsausschusses der Gemeinde am 30.

Oktober möchte Bürgermeister Edgar Staßar genau diese Umstände thematisieren.

Bis Ende des vergangenen Jahres hatte ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn, der vor Ort Signale und Weichen stellt, auch Fahrkarten verkauft. Besagten Fahrdienstleiter gibt es zwar noch, den persönlichen Service für Fahrgäste aus Bad Bodenteich jedoch nicht mehr. „Die Hard- und Software hätte damals erneuert werden müssen“, erklärt Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der Bahn, „aber der Bedarf ist in Bad Bodenteich nicht groß genug gewesen, um diese Ausgaben zu rechtfertigen.“ Das alte System wäre aufgrund der Umstellung auf Dauer nicht mehr kompatibel gewesen. Darum entschied man sich seitens des Unternehmens für die Aufstellung eines Automaten, an dem Reiserouten abgefragt und Fahrkarten gekauft werden könnten.

Mit der neuen Technik haben nun aber gerade ältere Reisende aus Bad Bodenteich ihre Schwierigkeiten. „Manche lassen sich deshalb sogar bis nach Uelzen bringen, um dort die Fahrkarten zu kaufen“, hat Staßar vernommen, „das ist doch nun wirklich nicht Sinn der Sache, wenn man einen Bahnhof im Ort hat.“ Dass die Chancen für eine Rückkehr des persönlichen Verkaufs im Kurflecken schlecht stehen, weiß der Bürgermeister. Deshalb möchte er anregen, eine verständliche Anleitung für den Fahrkartenkauf am Automaten zu organisieren.

Während der Fahrkartenverkauf Sache der Deutschen Bahn ist, hat man das weitere Vorgehen bei der zweiten Schließung selbst in der Hand: Das Bahnhofsgebäude befindet sich im Besitz des Fleckens. Geschlossen worden sei die Wartehalle aufgrund von Vandalismusfällen, erklärt Staßar. Damit bildet Bad Bodenteich keine Ausnahme: „Gerade in Wartehallen haben wir es leider sehr häufig mit Vandalismus zu tun“, weiß Meyer-Lovis von anderen Standorten zu berichten.

Seitdem bleibt Wartenden nur ein Unterstand als Schutz vor Wind und Wetter. Wenn es jedoch demnächst mit großen Schritten auf den Winter zugeht, soll sich das wieder ändern. Staßar: „Wenn es richtig kalt draußen ist, muss es die Möglichkeit geben, im Inneren zu warten.“ Einziges Problem: „Wir müssen jemanden finden, der die Wartehalle morgens auf und abends abschließt“, erläutert der Bürgermeister. Auf diese Weise hofft er, das Risiko zu minimieren, dass in dem Gebäude erneut randaliert werde.

Von Karsten Tenbrink

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