50 Jahre nach ihrem Dienstantritt in Bodenteich: Vier ehemalige BGS-Beamte sind bis heute Freunde

Ein eingeschworenes Quartett

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Seit 50 Jahren miteinander verbunden (von links): Die ehemaligen BGS-Beamten Rainer Dießelhorst, Heinrich Nietfeld, Bernd Hayduk und Edmund Gähring vor ihrer damaligen Kaserne in Bad Bodenteich. 

Bad Bodenteich. Die Begegnung mit dem ostdeutschen Grenzsoldaten hat Edmund Gähring noch in lebhafter Erinnerung. An diesem Tag vor vielen Jahrzehnten schüttet es wie aus Kübeln.

Bei seiner Patrouille an der damaligen innerdeutschen Grenze östlich von Bad Bodenteich sprach Gähring, Beamter des Bundesgrenzschutzes (BGS), jenen DDR-Soldaten unverblümt auf das „Schietwetter“ an. „Er hat nur geantwortet: ,Im Arbeiter- und Bauernstaat scheint immer die Sonne‘“, erzählt Gähring und muss auch heute noch darüber lachen.

Es sind Anekdoten wie diese, die er regelmäßig mit seinen drei ehemaligen BGS-Kameraden Rainer Dießelhorst, Bernd Hayduk und Heinrich Nietfeld austauscht. Die eingeschworene Truppe hat gleich mehrere Gemeinsamkeiten: Alle Vier traten vor 50 Jahren, im April 1967, zusammen mit 86 weiteren Rekruten ihren Dienst in der 5. Hundertschaft des BGS in Bodenteich an. Und alle Vier haben den Ort, ohne es geplant zu haben, bis heute zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht. Jeder von ihnen hat eine Bodenteicherin geheiratet, eine Familie gegründet und ist nie weggezogen.

Und das, obwohl drei von ihnen aus ganz anderen Regionen stammen: Dießelhorst aus Bielefeld, Hayduk aus Remscheid und Nietfeld aus der Nähe von Nienburg. Nur Gähring ist gebürtiger Bodenteicher. „Der Ort ist uns allen ans Herz gewachsen“, sagt Nietfeld ohne Umschweife.

Einen Stammtisch müssen die früheren BGS-Beamten – sie zählen bis auf den 70-jährigen Hayduk alle 69 Lenze – nicht ins Leben rufen. „Wir sehen uns ja jeden Tag im Ort“, erklärt Nietfeld. Außerdem haben sie dank ihrer Hobbys regelmäßig Kontakt miteinander. So spielen Hayduk und Nietfeld beispielsweise Tennis beim TC Rot-Weiß.

Keine Frage: Die Jahre beim BGS haben das Quartett zusammengeschweißt. „Das Betriebsklima war dort hervorragend“, berichtet Gähring. „Ja, das war wie eine große Familie“, pflichtet ihm Nietfeld bei. Auch abseits des Dienstes unternahmen die Vier viel miteinander. „Wir waren jedes Wochenende unterwegs“, schildert Hayduk. Sie besuchten Tanzveranstaltungen im Bodenteicher Schützenhaus, hatten regen Kontakt mit der Dorfjugend, machten Discos unsicher. Von der „Mausefalle“ in Göddenstedt und dem „Heuboden“ in Soltendieck schwärmen sie noch heute. „Da gab es manchmal Haue“, berichtet Gähring.

Übrigens waren nur er und Nietfeld bis zur Pensionierung beim BGS, der späteren Bundespolizei, tätig. Hayduk wechselte nach einigen Jahren zur Uelzener Kreisverwaltung, Dießelhorst zum Zoll. Doch ihre Freundschaft blieb bestehen. Kürzlich trafen sie sich mit einem weiteren früheren BGS-Beamten aus Bodenteich und tauschten Erinnerungen aus: Bürgermeister Edgar Staßar. „Er war aber viel kürzer beim BGS als wir“, sagt Gähring und grinst. Staßar begann seinen Dienst nämlich erst vor 49 Jahren.

Von Bernd Schossadowski

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