Schafwedelerin Petra Frobel-Cikulis nimmt mit Hargita an Field-Trial Europameisterschaften teil

Eine Einheit aus Mensch und Hund

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Petra Frobel-Cikulis mit Magyar-Vizla-Hündin Hargita beide nehmen zusammen an der Europameisterschaft im Field-Trial in Dänemark teil.

Schafwedel. Es ist ein eher ungewöhnlicher Sport mit dem sich die Schafwedelerin Petra Frobel-Cikulis beschäftigt und sich für die im September in Dänemark stattfindende Europameisterschaft qualifiziert hat.

Bei ihrem Sport kommt es aber nicht nur auf sie an, sondern auch auf die Form ihrer Hündin Hargita. Beide betreiben zusammen Field-Trial.

„Jagdhunde müssen ausgelastet werden“, sagt Petra Frobel-Cikulis über ihre vier Hunde der Rasse Magyar Vizsla. Diese sind sogenannte Vorstehhunde und auf Niederwild spezialisiert. „Vorstehhunde sind hier aber praktisch arbeitslos“, sagt die passionierte Jägerin. Denn Fasane und anderes Niederwild sind im Landkreis Uelzen und weiten Teilen Niedersachsens so selten geworden, dass praktisch keine Jagd mehr darauf stattfindet. Die Hunde aber brauchen Beschäftigung. „Die wollen beschäftigt werden und etwas für ihren Kopf tun“, sagt Petra Frobel-Cikulis, die vor sieben Jahren mit dem Field-Trial angefangen hat.

Hündin Hargita beim Vorstehen. Sie zeigt an, dass sich hier Beute versteckt hält.

Beim Field-Trial müssen Hund und Mensch hellwach sein. Auf einem rund zwei Hektar großen Areal muss der Hund Fasane finden und deren Versteck durch Vorstehen dem Menschen kenntlich machen. Dann muss der Mensch den Fasan heraustreten und einen Schuss in die Luft abgeben, um einen Abschuss zu simulieren. Anschließend tritt der Richter in Aktion und wirft ein Apportat an die Stelle. Dieses muss der Hund dann noch erfolgreich zu seinem Halter apportieren. Eine zweite Prüfung besteht im Apportieren einer Ente aus dem Wasser.

„Um erfolgreich zu sein, muss man den Hund lesen können und schon vorher wissen, wo etwas sein könnte“, erklärt die Schafwedelerin. Aber es gehört auch eine gehörige Portion Glück dazu. „Wir hatten einen Engländer, der ist ein Jahr zuvor mit seiner Hündin Europameister geworden, und im nächsten Jahr hat dieselbe Hündin einen Hasen gesehen und weg war sie und er war letzter“, berichtet Petra Frobel-Cikulis. Hunde seien eben keine Roboter und würden sich auch mal anders verhalten, als man denkt. Was die Arbeit mit ihnen halt wieder so interessant mache.

Zur Nationalmannschaft selbst ist sie vor sechs Jahren eher aus Zufall gestoßen. Sie war mit ihren Hunden in Ungarn bei einem Hundetrainer und der meinte, sie solle doch mal an den Europameisterschaften teilnehmen, die gerade in unmittelbarer Nähe stattfanden. „Das ist heute gar nicht mehr möglich. Inzwischen muss man sich erst mal in Deutschland qualifizieren“, erklärt Petra Frobel-Cikulis. Es sei zwar immer noch ein eher kleiner Kreis, der den Sport betreibt, aber die Ansprüche seien gestiegen.

Die Magyar Vizla selbst seien ideal für diesen etwas anderen Sport, weil sie unheimlich liebesbedürftig sind und mit dem Menschen zusammenarbeiten wollen. Leider ist die Hunderasse laut Petra Frobel-Cikulis zurzeit aber auch als Familienhund sehr beliebt. Dafür seien sie aber nicht geeignet. „Es ist ein Jagdhund, bleibt ein Jagdhund und ist keiner für die Familie.“ Das würden leider viele unterschätzen. Und mit ein wenig Bewegung am Tage sei es da eben nicht getan. „Einen Jagdhund kann man nicht totlaufen.“

Von Lars Lohmann

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