Land zahlt immer noch Pacht

Ehemalige BGS-Kaserne Bodenteich dient als Reserve-Flüchtlingsunterkunft

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Bis zu 800 Flüchtlinge könnten bei Bedarf in der Reserveunterkunft Bad Bodenteich untergebracht werden. Der Pachtvertrag für die ehemalige Bundesgrenzschutz-Kaserne läuft bis Oktober 2020. 

Bad Bodenteich – Es ist wieder still hinterm Stacheldraht. Bis zu 700 Menschen waren während des Höhepunkts der Flüchtlingskrise in der ehemaligen Bundesgrenzschutz-Kaserne (BGS) Bad Bodenteich untergebracht. Es gab einen eigenen Kindergarten und eine Sanitätsstation.

50 Mitarbeiter des DRK-Kreisverbands Uelzen kümmerten sich um die Einwanderer. 2016 schlossen sich die Kasernentore wieder. Doch nach wie vor zahlt das Land Pacht für das Kasernengelände westlich des Elbe-Seitenkanals an einen Gerdauer Unternehmer. Es dient als Reserveunterkunft für den Fall eines neuen Ansturms, wie das Niedersächsische Innenministerium bestätigt.

„Das Land zahlt monatlich einen Pachtzins nebst Nebenkostenabschlag an den Eigentümer“, teilt Sprecherin Simone Schelk auf AZ-Nachfrage mit. Über die Höhe der Zahlungen für die Reserveunterkunft gibt es keine Auskunft. Der DRK-Kreisverband kümmert sich weiterhin um die Überwachung der Technik und der Gebäude. Die Räume sind jederzeit bezugsfähig. Spinde, Tische, Stühle und Betten inklusive Bettzeug sind vorhanden.

„Es können bis zu 800 Personen auf dem Gelände untergebracht werden“, informiert die Sprecherin. Ein aktueller Bedarf für die Reserveunterkunft besteht nach ihrer Auskunft jedoch nicht. „Diese Option würde im Falle einer Kapazitätserfordernis gezogen – also dann, wenn es nicht mehr möglich ist, die Personen in den bereits bestehenden Einrichtungen der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen unterzubringen“, erklärt Simone Schelk. Im Nutzungsfall müsste der Betreiber neu ausgeschrieben werden, betont sie.

Der Pachtvertrag für das Bodenteicher Kasernen-Gelände endet am 31. Oktober 2020. Über eine mögliche Verlängerung ist noch keine Entscheidung getroffen worden. Instandhaltungsmaßnahmen werden nicht durchgeführt, außer wenn Schäden durchs Land verursacht werden. Letzter Untermieter war die Samtgemeinde Aue, die Kinder aus Wrestedt während des Neubaus der Kita hier unterbrachte.

Edgar Staßar, Bodenteicher Bürgermeister

Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar, der selbst Ausbilder und Zugführer beim Bodenteicher BGS war, freut sich erst einmal, dass die Anlage nicht verfällt. Er hätte sich eher eine touristische oder sportliche Nutzung der Baulichkeiten gewünscht. Und Staßar mahnt, den Ort nicht zu überlasten. Allenfalls 150 bis 200 Flüchtlinge könne der Kneippkurort verkraften. „Wir sind nicht fremdenfeindlich, aber das Verhältnis muss stimmen.“

VON GERHARD STERNITZKE

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