Bürger und Verwaltung sorgen sich um Grundversorgung vor Ort

Edeka in Wieren schließt

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Frank Bee in seinem Edeka-Geschäft.

Wieren. Seit Beginn der Woche hat der Edeka-Laden in Wieren nur noch am Vormittag geöffnet. Ende September wird das Geschäft dann komplett schließen, so der momentane Plan von den Betreibern.

Frank Bee, der zusammen mit seiner Mutter Bärbel und zwei Halbtagskräften das Geschäft bewirtschaftet, macht klar: Sollte der Betrieb weiter laufen, müsste die betreibende Familie viel Geld in die Hand nehmen – aber dafür fehlt dann die Kundschaft, die die Investition rechtfertigen würde. Eine Gruppe von Bürgern lotet derweil neue Möglichkeiten aus, eine Einkaufsmöglichkeit nach Wieren zu bekommen.

Der Edeka-Markt in Wieren ist der einzige größere Markt, der dem Ort geblieben ist. Gerade für die ältere Bevölkerung des Ortes ist das Geschäft wichtig. Fällt das Geschäft weg, müssten speziell ältere oder wenig mobile Bewohner auf die umliegenden Ortschaften ausweichen – was für sie zusätzliche Zeit im Bus bedeutet beziehungsweise die Absprache mit Bekannten oder Diensten, die ihnen etwas aus den Nachbarorten liefern. In Bad Bodenteich stehen mehrere Supermärkte, in Wrestedt zwei weitere. Das Umland im Umkreis bis zu 10 Kilometer außerhalb Wierens ist also gut versorgt – das zehrt aber wiederum an der Kundenzahl des Wierener Edeka-Marktes, sodass die Zahlen nicht profitabel genug sind.

In Wieren hat sich schon im vergangenen Jahr eine Gruppe von Bürgern geformt, die nach Lösungen für wenig mobile Bürger sucht. Jochen Steinhagen, Sprecher der Gruppe, deutet an, dass man „etwas eigenes machen muss“. Das könnte heißen, dass eine bürgerliche Gesellschaft aus Wierenern entweden ein Grundstück vermietet oder selbst jemanden einstellt, der die Versorgung im Ort übernimmt. Seite 5

Von Kai Hasse

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