Workshop an der Oberschule Bad Bodenteich: Jugendliche diskutieren über digitale Gefahren

Datenkraken und Smartphone-Viren

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Diskutierten gestern mit Bad Bodenteicher Oberschülern über das Thema Smartphones: Workshop-Moderator Konstantin Schäffer (3. von links), Web-Agentur-Geschäftsführer Frank Dalock (4. von links), Datenschutz-Experte Rasmus Robrahn (5. von links) und Rechtsanwalt Christian Behrens (6. von links).

Bad Bodenteich. „Wer von euch hat zuhause noch ein altes Handy in der Schublade liegen?“, fragt Moderatorin Malou Duinkerken und schaut in die Runde. Fast alle der mehr als zwei Dutzend Jugendlichen der Oberschule Bad Bodenteich recken ihre Finger in die Höhe.

„Und wer hat zwei oder mehr alte Handys?“ Etwa die Hälfte meldet sich. Der gestrige Workshop in der Oberschule zeigt es deutlich: Die teilnehmenden Acht- und Neuntklässler sind in Sachen Handys und Smartphones längst „alte Hasen“.

„Ich hatte noch nie ein Handy länger als ein halbes Jahr“, erzählt beispielsweise Melina Kilian. Meistens sei es dann kaputtgegangen. „Das lag aber eher an mir“, gibt die Schülerin schmunzelnd zu.

Den umgekehrten Fall spricht Marvin Markmann an. „Warum werfen manche Leute funktionierende Handys weg?“, will er von den drei Experten in der Diskussionsrunde wissen. Dafür gebe es eine einfache Erklärung, sagt der Uelzener Rechtsanwalt Christian Behrens: „Die Wirtschaft ist auf Wachstum ausgerichtet.“ Alles Neue müsse noch schöner, toller und schneller sein. Dieses Bedürfnis werde durch die Werbung geweckt.

„Das ist Ausdruck unserer Wegwerfgesellschaft – und leider überhaupt nicht nachhaltig“, pflichtet ihm Frank Dalock, Geschäftsführer der Lüneburger Web- und App-Agentur Marktplatz, bei. Auch Rasmus Robrahn, Referent bei der Landesbeauftragten für den Datenschutz in Niedersachsen, nickt zustimmend.

Es sind Fragen zur Nutzung von Smartphones und sozialen Medien, die den Oberschülern gestern auf den Nägeln brennen. Genau dafür ist der Workshop „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts-Forscher“ auch gedacht. Darin setzen sich die Schüler mit der ethischen Bewertung von wirtschaftlichem Handeln auseinander. Organisiert wurde das überregionale Schulprogramm von der PwC-Stiftung Jugend–Bildung–Kultur, dem Centrum für angewandte Politikforschung und dem Institut für Ökonomische Bildung.

In der Diskussion geht es auch um die Datensicherheit. „Es gibt Apps, die nur dazu da sind, von euch Daten zu sammeln. Daraus schlagen Firmen wie Facebook und Google großen Profit“, erläutert Dalock. Wie können Viren-Angriffe auf das Smartphone verhindert werden? Das will Lukas Müller wissen. „Das Wichtigste ist, die Schutz-Software aktuell zu haben“, empfiehlt Robrahn. „Und vermeidet, Apps aus unbekannten Quellen zu installieren. Das ist ein Einfallstor für gefährlichen Kram“, warnt Behrens. Je mehr eine App Zugriff auf persönliche Daten haben wolle, desto alarmierter sollten die Schüler sein, betont Dalock.

Am Ende des Workshops, der neben der Expertenrunde auch Arbeiten in Kleingruppen und Präsentationen der Schüler umfasst, zieht Moderator Konstantin Schäffer ein rundum positives Fazit. „Ihr wart eine aktive Gruppe“, lobt er. „Ich bin echt beeindruckt, wie viel ihr heute an Infos mitgenommen habt.“

Von Bernd Schossadowski

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