Bad Bodenteicher Politik besorgt über Schimmelpilze im Schützenhaus / Gesamtes Gebäude betroffen

„Das ist ein Schlag ins Kontor“

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Im Bad Bodenteicher Schützenhaus wurde jetzt massiver Schimmelbefall festgestellt. Die Ursache ist noch unbekannt.

Bad Bodenteich. Das Dach ist sanierungsbedürftig, Brandschutz, Elektrik und Lüftung müssen erneuert werden.

Für die Modernisierung des ehemaligen Schützenhauses, nun Haus des Gastes, müsste der Flecken Bad Bodenteich den Gutachten zufolge mehr als eine Million Euro ausgeben. Doch nun gibt es eine neue Hiobsbotschaft: In dem seit Januar 2013 geschlossenen Gebäude sind Schimmelpilze festgestellt worden. Die Hoffnungen von Teilen der örtlichen Politik, das Schützenhaus doch noch vermarkten zu können, erhalten dadurch einen schweren Dämpfer.

„Der Schimmelbefall ist massiv und tritt im gesamten Gebäude auf: im Schützensaal, im Tresenbereich, auf der Bühne und im Nebengebäude“, erklärt Gemeindedirektor Alexander Kahlert auf AZ-Anfrage. Der Bauhof habe das im August festgestellt, bestätigt worden sei es durch Labor-Analysen. „Das Haus darf nur im Vollschutzanzug betreten werden, es besteht Gesundheitsgefahr“, warnt er. Die Ursache des Befalls sei noch unbekannt und soll nun ermittelt werden. Möglicherweise sei dort Feuchtigkeit eingedrungen.

Außerdem sei bislang unklar, wie hoch die Kosten für die Beseitigung der Schimmelbelastung ausfallen. „Wir werden dazu weitere Fachfirmen einschalten, die die Situation vor Ort überprüfen werden“, kündigt Kahlert an. Dafür hat der Verwaltungsausschuss des Fleckens jetzt grünes Licht gegeben. Doch schon jetzt ist abzusehen, dass sich die ursprünglichen Kosten für die Sanierung des Gebäudes erhöhen dürften.

In der Bad Bodenteicher Politik löst Kahlerts Bericht Besorgnis aus. „Das ist ein Schlag ins Kontor – einfach dramatisch“, sagt Wolf-Dieter Hiltner von der SPD-GFW-Gruppe. Er selbst ist Allergiker und reagiert äußerst empfindlich auf Schimmelpilzbefall. „Für mich persönlich steht deshalb fest: Ich werde dieses Haus nicht mehr betreten“, betont er. Einer Sanierung des Gebäudes steht Hiltner kritisch gegenüber, denn diese könne sich der Flecken aufgrund seiner desolaten Haushaltslage nicht leisten. „Ich halte es für utopisch, dass wir das finanzieren können“, erklärt er.

Leise Hoffnungen hat hingegen Bürgermeister Edgar Staßar (CDU). Es gelte jetzt abzuwarten, was die weiteren Untersuchungen der Fachleute ergeben. „Vielleicht geht der Pilz durch ausgiebiges Lüften wieder weg“, meint er. Auf jeden Fall sei der Schießstand neben dem Schützenhaus nicht von Schimmel befallen. Staßar spricht sich weiterhin für eine Sanierung des Gebäudes aus: „Es wäre eine Schande, wenn man das verkommen lassen würde.“

Von Bernd Schossadowski

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