Mit einem Nicken fing alles an

Claus-Dieter Reese aus Bad Bodenteich erhält das Bundesverdienstkreuz

Seit vielen Jahrzehnten in der Kommunalpolitik aktiv: Claus-Dieter Reese (links), ehemaliger Bürgermeisters des Fleckens Bodenteich, erhielt von Landrat Dr. Heiko Blume gestern das Bundesverdienstkreuz und eine Urkunde.
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Seit vielen Jahrzehnten in der Kommunalpolitik aktiv: Claus-Dieter Reese (links), ehemaliger Bürgermeisters des Fleckens Bodenteich, erhielt von Landrat Dr. Heiko Blume gestern das Bundesverdienstkreuz und eine Urkunde.

Bad Bodenteich – Wie wäre wohl Claus-Dieter Reeses Leben verlaufen, wenn seine Ehefrau Irmgard vor 48 Jahren Nein gesagt hätte? Gemeint ist aber nicht die Frage „Willst du mich heiraten?“.

Vielmehr wollte Reese von ihr wissen, ob sie damit einverstanden wäre, wenn er Bürgermeister des Fleckens Bodenteich würde. „Sie hat genickt, denn sie wusste ja nicht, was auf sie zukam“, erzählte Reese jetzt schmunzelnd. Und so übernahm er 1972 das Bürgermeisteramt. Gestern wurde der CDU-Politiker mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet. 1991 hatte er bereits das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten.

Während einer Feierstunde in Bad Bodenteich überreichte Landrat Dr. Heiko Blume ihm auch eine Urkunde, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterschrieben hatte. Damit wurde Reeses langjähriges kommunalpolitisches Engagement gewürdigt. Von 1968 bis 2007 war er für die CDU Ratsmitglied, von 1972 bis 2007 Bürgermeister des jetzigen Fleckens Bad Bodenteich. Dem Samtgemeinderat gehörte er von 1972 bis 2011 an und fungierte dort viele Jahre als erster und zweiter stellvertretender Bürgermeister. Mitglied des Kreistages war Reese von 1976 bis 2016.

Das besondere Augenmerk des inzwischen 80-Jährigen Reese habe dem stetigen Ausbau der Infrastruktur und der Dorfentwicklung gegolten, berichtete Blume. Außerdem arbeitete der Geehrte von 1991 bis 2011 als ehrenamtlicher Richter am Oberverwaltungsgericht Lüneburg.

Reeses Wirken sei „wirklich beeindruckend“, sagte der Landrat. Er kenne keinen Politiker im Landkreis, der sich auf so vielfältige Weise und so lange engagiert habe. Bis heute sei Reese „ein unabhängiger Geist“ geblieben, der über den eigenen Tellerrand hinausschaue.

Glückwünsche überbrachte auch Samtgemeindebürgermeister Michael Müller. „Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Flecken Bad Bodenteich das wurde, was er heute ist“, sagte er. Reese sei Initiator des Seeparkfests gewesen und habe sich sehr für die Anerkennung Bodenteichs als Kneipp-Luftkurort starkgemacht.

Der Geehrte sei immer mit Herzblut dabei gewesen, erklärte Bad Bodenteichs aktueller Bürgermeister Jörg Formella. „Machen und Anpacken, das ist deine Devise.“

Er habe stets versucht, über ideologische Grenzen hinweg zu arbeiten, betonte Reese in seiner Dankesrede. Persönliche Höhepunkte in all den Jahren waren für ihn der Wiederaufbau der Burg Bodenteich, der Einsatz für die Ansiedlung der Seepark-Klinik und der Aushub des Seeparks, den er auf unbürokratischem Weg erreicht habe. „Wenn man so etwas bewegen kann: Deshalb bin ich immer mit vollem Herzen Kommunalpolitiker gewesen.“

Großen Dank zollte er seiner Ehefrau, die ihn immer tatkräftig unterstützt habe. Und als Irmgard Reese sich gestern einen von zwei Blumensträußen aussuchen durfte, die der Landrat ihr mitgebracht hatte, war es diesmal Reese, der allein die Entscheidung traf – anders als 1972. „Dann nimmt sie diesen“, meinte er lachend und zeigte auf einen Strauß mit vielen bunten Blüten. VON BERND SCHOSSADOWSKI

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