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Buslinie zwischen Soltendieck und Clenze droht das Aus

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Von: Bernd Schossadowski

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Ein Bus fährt über die Landstraße zwischen Clenze und Soltendieck.
Der Kreis Lüchow-Dannenberg erwägt, keinen Bus mehr nach Soltendieck zu schicken, um dort Schüler einzusammeln, die die KGS Clenze besuchen. Zumindest nicht, ohne dass der Landkreis Uelzen die Kosten dafür übernimmt. © Rouven Groß

Aus Lüchow-Dannenberg gibt es Kritik am Nachbarkreis Uelzen. Dessen Zuschuss für die eigens eingerichtete Buslinie zwischen Soltendieck und der KGS Clenze sei nicht ausreichend. Daher wird nun ein Aus für die Linie erwogen.

Soltendieck/Clenze – Droht der Schülerbeförderung zwischen Soltendieck und Clenze in Bussen der Lüchow-Schmarsauer Eisenbahn GmbH (LSE) das Aus? Die entsprechenden Signale aus Lüchow-Dannenberg sind unübersehbar. Hintergrund ist, dass nur wenige Schüler aus dem Landkreis Uelzen die eigens geschaffene Busverbindung zur Kooperativen Gesamtschule (KGS) Clenze nutzen. Daher reicht der Zuschuss des hiesigen Landkreises an seinen östlichen Nachbarn nicht aus, um dessen Defizit zu decken.

Derzeit besuchen etwa 150 Schüler aus dem Landkreis Uelzen die KGS Clenze. Doch davon nutzen lediglich 16 die LSE-Buslinie, sagt Mareike Harlfinger-Düpow, kommissarische Leiterin des Fachdienstes Mobilität der Lüchow-Dannenberger Kreisverwaltung. Nach Auskunft des Landkreises Uelzen wurden bislang sogar nur neun Anträge auf Kostenerstattung für die Schülerbeförderung durch die LSE gestellt. Viele Schüler fahren stattdessen mit privaten Busunternehmen zur KGS Clenze.

Wie berichtet, hat der Landkreis Uelzen zugesagt, das Defizit der LSE-Linie zwischen Soltendieck und Clenze in Höhe von bis zu 6000 Euro für zunächst drei Jahre zu tragen. „Die Eltern erhalten auf Antrag maximal den Betrag der günstigsten Schülerjahreskarte in Höhe von derzeit 510 Euro“, erklärt Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Anfrage. Eltern, deren Kinder bereits vor Abschluss dieser Vereinbarung die KGS Clenze besucht haben, erhalten eine jährliche Erstattung von rund 1484 Euro.

Aufgrund der geringen Zahl der beförderten Schüler aus der Region Uelzen entstehe dem Landkreis Lüchow-Dannenberg auf der Strecke Soltendieck-Clenze ein jährliches Defizit von etwa 4244 Euro, teilt dessen Pressesprecherin Jenny Raeder mit. Sollte noch eine zweite LSE-Linie – zwischen Suhlendorf und Clenze – eingeführt werden, würde sich dieser Fehlbetrag laut Raeder auf mindestens 15 676 Euro erhöhen.

Der Landkreis Uelzen müsse mehr Geld für die Schülerbeförderung zahlen – so lautet jetzt die Forderung von Politikern aus Lüchow-Dannenberg. Es könne nicht sein, dass man finanziell für etwas aufkommen müsse, das Uelzen zu bezahlen habe. Es sei „die verdammte Pflicht“ des Landkreises Uelzen, „den Transport seiner Schülerinnen und Schüler sicherzustellen“, betonte Thorsten Hensel (Bürgerliste). Die gemeinsam tagenden Ausschüsse für Mobilität und Schulen sprachen sich mehrheitlich dafür aus, die Busverbindung nach Soltendieck einzustellen. Zudem soll in Gesprächen mit dem Landkreis Uelzen eine Lösung gefunden werden. Endgültig darüber entscheiden wird der Lüchow-Dannenberger Kreistag im Mai.

Zur Kritik aus dem östlichen Nachbarkreis will sich Martin Theine derzeit nicht äußern. „Eine Forderung des Landkreises Lüchow-Dannenberg ist bisher nicht eingegangen, sodass hierzu noch keine Aussage getroffen werden kann“, teilt er mit.

Mittelfristig könnte sich das Defizit der LSE-Linie Soltendieck-Clenze sogar noch erhöhen. Denn wie der Uelzener Kreisausschuss jetzt beschlossen hat, werden die ÖPNV-Bustickets für Schüler und Azubis im hiesigen Landkreis ab dem 1. August nur noch 360 statt 510 Euro kosten. Entsprechend wird sich der Erstattungsbetrag an den Landkreis Lüchow-Dannenberg reduzieren.

Theine weist den Vorwurf zurück, die Verwaltung versuche damit, Schüler aus dem Landkreis Uelzen vom Besuch der KGS Clenze abzuhalten: „Die Reduzierung von Tarifen im ÖPNV wird von den Nutzern als positives Signal empfunden. Auffassungen, wonach dies nur geschehe, um Schülerströme zu leiten, stehen hierzu in keinem angemessenen Verhältnis. So profitieren deutlich mehr Nutzer von geringeren Tarifen.“

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