Zwölf Betriebe stellen sich vor

Bad Bodenteicher Oberschüler erkunden Berufswegeparcours

Das Team der Firma Koetke und Schüler präsentieren die Hohlkörper-Blasanlage
+
Das Team der Kunststoff-Verarbeitungsfirma Koetke aus Reinstorf präsentierte gestern beim Berufswegeparcours in der Oberschule Bad Bodenteich das Modell einer Hohlkörper-Blasanlage.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
    schließen

Gestern Vormittag war allerhand los im Foyer der Oberschule Bad Bodenteich. Dort fand ein Berufswegeparcours für die Klassen neun und zehn statt.

Schwungvoll holt Cedric aus und lässt den gepolsterten Schlagstock mit voller Wucht niedersausen. Ein sattes Klatschgeräusch ertönt, als der 15-Jährige das Schlagkissen trifft, mit dem sich Kirsten Reinberger, Pflegefachkraft der Seepark-Klinik, schützt. Die Klinik war eines von zwölf Unternehmen oder Dienstleistern, die dort ihre Ausbildungsmöglichkeiten vorstellten. „Wir wollen zeigen, dass Pflege auch anders geht“, erklärt Reinberger, die auch Boxhandschuhe und einen Punchingball zum Ausprobieren mitgebracht hat. Dieses Training sei eine gute Alternative zum Stressabbau bei psychosomatischen Belastungen. Es werde in der Bad Bodenteicher Spezialklinik zur Therapie eingesetzt, wenn man zum Beispiel im Gespräch mit Patienten nicht weiterkomme, schildert Reinberger.

Interessante Einblicke ins Berufsleben bekommen die Schüler auch an den anderen Infoständen. Das Team der Firma Koetke aus Reinstorf stellt das Modell einer Hohlkörper-Blasanlage für die Herstellung von Kunststoffteilen vor. Gleich nebenan lernen die jungen Leute das Stecksystem der Firma Werkhaus kennen. Dabei baut die 14-jährige Sharon eine hölzerne Stiftebox zusammen, die wie ein Schweinchen aussieht. „Wir nennen das Aufbauwettbewerb“, sagt Personalleiterin Dr. Anne-Kathrin Auer und lacht.

Praxisnah präsentiert sich die Firma Gerald Peters Rohrleitungsbau. Sie hat einen kleinen Bagger mitgebracht, den die Schüler selbst steuern dürfen – alles unter Aufsicht und Anleitung von Mitarbeiter Nico Ehlert. Alina (15) stellt sich dabei ziemlich geschickt an. „Am häufigsten sind es Mädels, die den Bagger ausprobieren. Sie sagen sich, sie können hier nichts verlieren“, verrät Ehlert.

Auch die Senioren-Pflegeeinrichtung „Haus Helenenhof“ ist gestern dabei. Pflege sei „ein Beruf für die Zukunft“, der auch in Corona-Zeiten krisensicher sei, berichtet Mitarbeiterin Kerstin Studenroth den Oberschülern. Ihre Kollegin Isabella Placzek informiert über die Spezialausbildung zur Palliativfachkraft. Diese betreut Menschen, die schwer an Krebs erkrankt sind.

Die Firma Uelzena, der Internationale Jugendgemeinschaftsdienst, das First Reisebüro aus Uelzen, die Bundeswehr und die Dr.-von-Morgenstern-Schulen sind gestern ebenfalls im Foyer der Oberschule vertreten. Hinzu kommt die Commerzbank, die online zugeschaltet ist.

Susanne Schmieta-Rautmann von der Firma „Up Consulting“ hat den Parcours organisiert. Dabei müssen die Schüler reihum neun der zwölf Anbieter besuchen und sich informieren. Die Zusammensetzung der einzelnen Gruppen wurde vorher ausgelost. „Dadurch sind die Schüler offener“, weiß Schmieta-Rautmann. Und wer noch mehr über einen bestimmten Beruf erfahren möchte, kann sich zum Abschluss zum Speed-Dating bei der Firma seiner Wahl verabreden. Die Resonanz der Schüler sei sehr gut, freut sich die Organisatorin. Das bestätigt der 15-jährige Florian: „Ich finde es spannend, neue Berufe kennenzulernen, von denen man noch nie was erfahren hat. Vielleicht findet man dabei etwas Neues, das einem gefällt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare