Fehlbetrag von 87 704 Euro statt Überschuss / Bad Bodenteicher Rat streicht erste Investitionen

„Düstere Aussichten“ für Flecken

+
Risse und Unebenheiten im Asphalt: Die Jägerstraße in Bad Bodenteich sollte saniert werden. Die Maßnahme wird nun aber zurückgestellt.

Bad Bodenteich. „Wir wollen sparen, aber was nützt es, wenn wir 2016 einen ausgeglichenen Haushalt haben, aber Brücken zusammenfallen und Straßen verrotten“, formuliert Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar (CDU) seine Sorgen bei der Ratssitzung am Dienstagabend.

37 350 Euro will der Flecken einsparen, damit der Fehlbetrag im Haushalt für dieses Jahr nicht über 100 000 Euro ansteigt. Darunter fallen Maßnahmen wie die Sanierung der Jägerstraße, die mit 12 000 Euro angesetzt war, aber auch viele kleine Beträge wie die Entkusselung der Heide (1000 Euro), die Erweiterung der Sandkuhle (3000 Euro) und die Fliesenarbeiten im Tretbecken des Seeparks (4200 Euro).

Eigentlich sollte am Ende des Haushaltsjahres ein Plus von 55 912 Euro stehen – stattdessen läuft es auf ein Minus von 87 704 Euro hinaus. „Wenn sich nicht doch noch eine überraschende Ertragswende ergibt“, lässt Kämmerer Frank Burmester etwas Hoffnung. Der Einbruch der Gewerbesteuer – 970 000 Euro waren eingeplant, 766 000 Euro sind es tatsächlich – hat den Gruppensprecher der SPD-GFW-Gruppe Dr. Horst-Michael Hintze nicht erschrocken: „Die CDU-Fraktion wollte die Gewerbesteuer höher ansetzen, als es der damalige Gemeindedirektor Frank Juchert empfohlen hatte. Wir wollten solide bleiben, sitzen jetzt aber in der Falle.“ Der CDU-Fraktionssprecher Karl-Hans Firsching sieht als Grund für den Einbruch in der Gewerbesteuer, dass die Unternehmen baulich investiert haben. „Wenn die Unternehmen investieren, nehme ich in Kauf, dass die Gewerbesteuer einbricht“, so Firsching.

Burmester gab am Dienstag bereits einen kleinen Ausblick auf den Haushalt 2014. Darin werde die Gewerbesteuer mit 787 000 Euro „sehr konservativ“ berechnet. 600 000 Euro Fehlbetrag schiebt die Gemeinde vor sich her. In diesem Jahr werden es schlimmstenfalls weitere 100 000 Euro – 2014 nach ersten Berechnungen 300 000 Euro. „Wir werden freiwillige Leistungen streichen und uns von Projekten verabschieden müssen“, so Burmester. „Das sind düstere Aussichten“, ergänzt Gemeindedirektor Alexander Kahlert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare