Neubau aus Holz, Stroh und Zellulose

Bodenteicher Seepark-Klinik eröffnet Erweiterungstrakt für 1,7 Millionen Euro

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Großer Bahnhof in der Bad Bodenteicher Seepark-Klinik: Der kaufmännische Direktor Ulrich Fernim schnitt gestern gemeinsam mit Bürgermeister Edgar Staßar das symbolische rote Band des Erweiterungsbaus durch. 

Bad Bodenteich – Gepresstes Stroh in den Holzrahmen-Elementen, Zellulose im Dach, hölzerne Decken und frisches Moos als Wandverzierung in den Fluren: Der neue Erweiterungsbau der Bad Bodenteicher Seepark-Klinik besteht zum großen Teil aus nachwachsenden Rohstoffen.

„Wir haben hier eine sehr hohe Energie-Effizienz“, berichtete Architekt Bjørn Kierulf gestern während der Eröffnungsfeier des modernen Kliniktrakts. Durch die ökologische Bauweise „haben wir etwa 25 Tonnen CO2 gebunden“, freute sich Kierulf.

Der innerhalb weniger Monate errichtete Modulbau hat 1,7 Millionen Euro, inklusive der Ausstattung, gekostet. Über einen Flur ist der Trakt direkt mit dem Hauptgebäude verbunden. Auf etwa 600 Quadratmetern stehen 14 Mitarbeiterbüros, ein Schulungs- und ein Besprechungsraum sowie eine Küche zur Verfügung. Die Flure und Büros haben helle Wandfarben und sind lichtdurchflutet.

Eine Heizung gibt es hingegen nicht. Stattdessen werden sämtliche Räume über eine Lüftungsanlage mit Wärme – und natürlich frischer Luft – versorgt. „Das ist ein zukunftsorientiertes Gebäudes“, erklärte Projektleiterin Natasa Bogojevic. Das Ziel sei, den Neubau unabhängig von Energiekosten-Steigerungen zu machen.

Martin Lotze, Chefarzt der Akutpsychosomatik, lobte das angenehme Raumklima. „Für uns hat sich das Arbeiten deutlich verbessert“, sagte er. „Haus 4“, so der offizielle Name des neuen Gebäudes, helfe der Klinik, ihr Behandlungsangebot und die Versorgungsmöglichkeiten dem gestiegenen Bedarf anzupassen.

Durch den Umzug der Büros in den Erweiterungsbau sei Platz für zehn weitere Patientenbetten im Hauptgebäude geschaffen worden. Damit stünden in der Akutpsychosomatik – laut Lotze ist es die größte in Norddeutschland – nun 100 Betten für Patienten mit Essstörungen zur Verfügung. „Mit diesem Gebäude haben wir einen kleinen Edelstein geschaffen“, meinte er.

Ulrich Fernim, kaufmännischer Direktor der Seepark-Klinik, dankte allen an der Erstellung des Neubaus beteiligten Firmen: „Sie haben uns geholfen, ein schönes Gebäude zu errichten.“ Die freundlichen, hellen Räume wirkten sich positiv auf die Arbeit des Klinikpersonals aus.

Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar hob die Bedeutung der Seepark-Klinik für den Ort hervor. „Zum Glück haben wird damals diese Klinik bekommen, dafür können wir dankbar sein“, sagte er. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus soll nicht die letzte große Investition sein. Gestern haben Vertreter des Fleckens Bad Bodenteich und der Gemeinde Lüder mit Fernim einen Vertrag über den Verkauf von Flächen im Bereich „Galgenberg“ unterzeichnet.

Dort will die Seepark-Klinik ihren seit langer Zeit geplanten Neubau errichten. Rund 33,4 Millionen Euro wird dieser kosten. Es sollen mehr als 100 Betten für Akut-Patienten sowie 40 bis 60 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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