Viel Kultur im Blauen Haus

Bodenteicher Kunststätte startet nach Corona mit drei Ausstellungen

Carola Gräflich und ihre Tochter Imanthi Gräflich-Monard  stehen vor dem Blauen Haus in Bodenteich
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Carola Gräflich und ihre Tochter Imanthi Gräflich-Monard freuen sich darauf, das bald wieder die Kultur im Blauen Haus in Bodenteich einzieht.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Die Kultur soll mit der Veranstaltungsreihe „Zusammenspiel“ wieder ins Blaue Haus in Bad Bodenteich einziehen. An drei Sommerwochenenden werden drei sehr unterschiedliche Künstler ihre Werke ausstellen.

Bad Bodenteich - Möglich macht dies laut Carolo Gräflich die Förderung „Neustart Kultur“ des Landes Niedersachsen. „Von dem Geld können wir die Gagen der Künstler bezahlen“, sagt die Architektin, die das Haus zusammen mit ihrem Mann Marcel Monard – ebenfalls Architekt – seit 2003 betreibt. In das etwas windschiefe Haus hatten sich die beiden damals noch in der Schweiz lebenden Architekten auf Anhieb verliebt.

„Wir wollen unbedingt etwas für die Künstler tun. Wenn es die Inzidenz nicht anders zulässt, machen wir zu Not eine Fensterausstellung“, sagt Carola Gräflich. Vielen Künstlern seien durch Corona wirtschaftlich unter Druck geraten. Daher sei es wichtig, jetzt wieder etwas auf die Beine zu stellen. Welche Kunst und Musik gezeigt beziehungsweise gespielt wird, entscheidet sie. „Ich weiß, was ich mag, und das kommt dann auch ins Blaue Haus“, sagt Carola Gräflich. Ihr gehe es vor allem darum, den Menschen in der Regjon ein kulturelles Angebot machen zu können. Räumlich seien dabei natürlich Grenzen im Blauen Haus gesetzt. 50 bis 70 Personen waren vor Corona das Maximum. Eintritt wird für die Veranstaltungen nicht genommen, es geht stattdessen immer der Hut rum. Die Ausstellungen der drei Künstler Marlis Maehrle (30. Juli bis 1. August), Gabriele Sowa (27. bis 29. August) und von Marshal Arts (24. bis 26. September) finden jeweils von Freitag bis Sonntag statt. Dabei werden die Künstler auch vor Ort sein.

Die Arbeiten der Papier- und Buchgestalterin Marlis Maehrle zeichnet laut Carola Gräflich eine asiatisch anmutende Zartheit und Leichtigkeit aus. Ihre Bilder entstehen durch Cyanotypie. Dies ist eine alte Technik der Fotografie, bei der die Sonne die Belichtung übernimmt. Dadurch entstehen die unterschiedlichen Blautöne in den Werken der Suderburgerin.

Eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit sind hingegen die Scherenschnitte und wie ein Farbrausch aussehenden Bilder der Künstlerin Gabriele Sowa.

„Die Kunst von Marshal Arts hat einen sehr feinen politischen Hintergrund. Der springt nicht sofort ins Auge, kann aber manchmal auch sehr böse sein“, sagt Carola Gräflich über den in Hamburg lebenden chilenischen Streetart-Künstler. Er soll wahrscheinlich auf dem Gelände der inzwischen abgerissenen Mühle seine Kunst schaffen. Die Fläche sei dafür ideal.

Die Werke der Künstler werden zudem von Sängerin Imanthi Gräflich-Monard interpretiert. „Bei Marlis Maehrle wird es Bar-Jazz sein und bei Marshall Arts Hip-Hop“, sagt Imanthi Gräflich-Monard. Mit der Musik wolle sie den Besuchern einen leichteren Zugang zu den Werken der Künstler öffnen.

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