Bad Bodenteich: Retter im Seepark

Lagebesprechung am Rettungsfahrzeug: Wo sind die Kräfte und Hunde im Einsatz? Welches Gebiet muss noch durchsucht werden?
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Lagebesprechung am Rettungsfahrzeug: Wo sind die Kräfte und Hunde im Einsatz? Welches Gebiet muss noch durchsucht werden?

Bad Bodenteich – Das Deutsche Rote Kreuz ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Speziell ausgebildete Hunde suchen nach vermissten Personen, die in Gefahr sein könnten. Einsatzkräfte und ihre tierischen Helfer üben am Wochenende in Bad Bodenteich für den Ernstfall.

Samstagabend, 20 Uhr. Durch einen anonymen Anrufer erhält die DRK-Bereitschaft Uelzen folgenden Hinweis: Auf dem Parkplatz eines Discounters in Bad Bodenteich steht ein verlassenes Auto, im Inneren liegt ein Abschiedsbrief – von den Insassen fehlt jede Spur.

Es wird Alarm ausgelöst, bei dem auch die Suchhunde der Staffeln aus Lüneburg und Uelzen beteiligt sind. Eile ist geboten, denn es ist nicht auszuschließen, dass sich jemand etwas angetan hat.

Was sich dramatisch anhört, war am Wochenende zum Glück nur ein Übungsszenario. Insgesamt 30 Fahrzeuge und rund 80 Helfer der DRK-Bereitschaftsdienste aus Uelzen und Lüneburg übten für den Ernstfall.

Feine Spürnase von „Amadee“ hilft

Einer der Suchhunde nimmt am Sonnabend die Fährte auf. Es ist Eile geboten.

Die fiktive Lage gab vor, dass im Bad Bodenteicher Seepark eine verwirrte, vermutlich unter Drogen stehende Person aufgefunden wird. Deren vier Begleiter liegen bewusstlos auf dem Seeparkgelände verteilt, womit neben der reinen Suche nach Menschen auch der medizinische Part geübt werden konnte.

Im Mittelpunkt der Übung standen dabei die Hundestaffeln unter der Leitung von Maik Barenscheer (DRK Uelzen) und Regina Rodegerdts (DRK Lüneburg). „Hundestaffeln kommen ja meistens erst dann zum Einsatz, wenn alle anderen Suchen erfolglos geblieben sind“, erklärt Andreas Schulze, Kreisbereitschaftsleiter des DRK Uelzen.

Um die gesuchte Person ausfindig zu machen, nahm zunächst Suchhund Amadee, als sogenannter „Mantrailer“, was frei übersetzt in etwa „auf der Spur einer Einzelperson“ bedeutet, die Fährte auf. In nicht ganz 15 Minuten hatte Amadees feine Spürnase ihre Hundeführer zur Zielperson im Seepark geführt, um bei der Erstversorgung des vorgefundenen jungen Mannes Hinweise auf die weiteren Personen zu bekommen.

Bunte Pillen hätte er geschluckt, danach sei ihm schlecht geworden, woraufhin ihn die anderen einfach zurückgelassen hätten, so schildert es die aufgefundene Person.

Vierbeiner sind schneller

Ein Fall unter anderem für Flächenspürhund „Jesse“, der, ausgerüstet mit Leuchte und Glocke, den Seepark ohne zweibeinige Begleitung einfach schneller absuchen konnte. Jahrelanges Training für den Ernstfall, den es erst zwei Wochen zuvor in Bad Bodenteich tatsächlich gegeben hatte: Dort konnte eine vermisste 17-Jährige erfolgreich aufgefunden werden. VON OLIVER HUCHTHAUSEN

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