Bodenteich behält das „Bad“

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Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für Bad Bodenteich: Sabine Visse überreichte Bürgermeister Edgar Staßar die Reprädikatisierungs-Urkunde des Wirtschaftsministeriums.

Bad Bodenteich – Von Wiebke Brütt. Staatlich anerkannter Kneippkurort – so darf sich Bad Bodenteich künftig nennen.

Gestern überreichten Ulrich Petersen und Sabine Visse vom Wirtschaftsministerium im Rittersaal der Burg Bodenteich die Reprädikatisierungsurkunde – denn für Bodenteich ist es nicht die erste Auszeichnung. 1971 wurde der Flecken zum ersten Mal staatlich anerkannter Erholungsort. Das „Bad“ im Namen des Burg-Fleckens bleibt damit erhalten, das er seit der ersten Ernennung zum Kneipp-Kurort 1985 tragen darf. Zwar ist es nicht die höchste Auszeichnung Kneipp-Heilbad, wie der Flecken sie noch vor zehn Jahren in seinem Namen tragen durfte – zufrieden sind die Bodenteicher dennoch: „Eine Stufe höher hätte für uns auch bedeutet, dass wir höhere Auflagen erfüllen müssen. Das können wir gerade nicht leisten“, erklärte Torsten Nowotny, Leiter der Kurverwaltung.

Denn kosten lassen hat sich der Flecken die Reprädikatisierung ohnehin genug: Erforderliche Gutachten – unter anderem über Klima und Luftqualität – sowie Bearbeitungsgebühren schlagen mit rund 24 000 Euro zu Buche. Geld, das nach Meinung von Politik und Verwaltung gut angelegt ist. „Die Bezeichnungen ‘Kurort’ und ‘Bad’ sind für den Flecken sehr wichtig, wir leben hier in erster Linie von dem Tourismus. Ziel bleibt es aber natürlich, irgendwann auch wieder Heilbad zu werden“, sagte Bürgermeister Edgar Staßar. „Auch wenn wir nun diese Hürde genommen haben, dürfen wir nicht die Hände in den Schoß legen. Wir müssen Standards halten, das ist wichtig, damit wir uns am Markt weiter festigen“, bestätigte Torsten Nowotny.

Durch die Prädikate erhält Bad Bodenteich Geld aus unterschiedlichen Fördertöpfen und ist dazu berechtigt, Kurbeiträge zu erheben. Diese Summen können wiederum in den Tourismus vor Ort fließen.

„Wenn die Auflagen zur Reprädikatisierung nun nicht erfüllt worden wären, wäre mit dem 31. Dezember Schluss mit lustig gewesen“, erklärte Ulrich Petersen, der im Wirtschaftsministerium die Bereiche Mittelstand, Tourismus und Reprädikatisierung betreut. „Bad Bodenteich hat in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung gemacht, die Reprädikatisierung bringt Ihnen für die weitere Entwicklung Vorteile. Sie sind optimal aufgestellt mit der Burg und der Landschaft drum herum. Das sind beste Voraussetzungen für Gesundheitstourismus. In Niedersachsen kenne ich nichts Vergleichbares.“ Am Rande: Den Titel „Bad“ hätte Bodenteich auch weiter tragen dürfen, wenn es für das Prädikat Kneippkurort nicht gereicht hätte. Denn ab dem 11. September 2011 ist es in der Kommunalverfassung festgelegt, dass Kommunen, die seit mehr als 20 Jahren den Titel „Bad“ tragen, diesen behalten dürfen – unabhängig von touristischen Standards. Und auf Bodenteich trifft das zu, wie Samtgemeindebürgermeister Rainer Kölling erklärte.

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