Bierliebhaber kochten eigenen Sud

Wie lange der Sud köcheln muss, hatten die Seminarteilnehmer dank Braumeister Leif-Gerrit Schnoor im Blick.

Bad Bodenteich - Von Ulrich Bleuel. Die Strafe war zumeist drastisch. Wer schlechtes Bier braute, musste es selbst trinken, meist an Ort und Stelle und es waren nicht wenige, die sich damit regelrecht „zu Tode soffen“. Braumeister Leif-Gerrit Schnoor aus Lübeck verstand es, seinen Teilnehmern am Bierbrau-Kursus diesen auch „schmackhaft“ zu machen.

Sieben Liebhaber des Bieres hatten sich auf Burg Bodenteich getroffen, um nicht nur selbst Bier zu brauen, sondern auch aus berufenem Munde Historisches aus der Welt des Bieres zu hören und nebenbei allerhand Anekdoten zu lauschen. Bier war im Mittelalter ein Grundnahrungsmittel. Besonders in der Fastenzeit ergänzte das Bier den kargen Speisezettel. Trinkwasser in den Städten war aufgrund der hygienischen Verhältnisse von miserabler Qualität. Bier aber wurde mit Wasser aus sauberen Quellen gegärt und fand damit Platz als Getränk für den alltäglichen Bedarf.

Gebraut wurde am Wochenende in den alten Gemäuern des Brauhauses. Um 1600 gab es noch fünf Gastwirtschaften im damals wesentlich kleineren Bodenteich. 1634 wurde auf der Burg der großen Verdienstmöglichkeiten wegen ein Brauwerk errichtet. Bis 1914 wurde hier das süffige Dunkelbier „Knorrbock“ gebraut. Und wieder verwandelte sich der Braukeller langsam in eine kleine „Hexenküche“. In sämtlichen Töpfen brodelte es. Die Brauer fanden immer mehr Spaß an der Sache.

Zumal es ganz nebenbei auch einen kleinen Ausflug nach Dänemark gab. Aus einer kleinen dänischen Brauerei hatte Leif-Gerrit einige Kostproben mitgebracht. „In Dänemark entwickelt sich eine Szene von netten Privatbrauereien, die sich nicht an strengen Strukturen halten, sondern den Bieren auch einen besonderen Geschmack beifügen.“

Ein an Hustensaft erinnerndes Bier brachte es auf stolze 9,5 Prozent und war dennoch schmackhaft. Braukunst eben.

Aber zurück zu den Hobby-Brauern. Die natürlichen Zutaten wurden bereitgestellt. Jeder mixte mit Geschick seinen eigenen Sud zusammen, dabei blieben viele Möglichkeiten von Improvisationen, Hauptsache, man hielt sich an einige Grundregeln, blieb bei der Ursprünglichkeit. Letztendlich entschied der persönliche Geschmack. Der fertige Sud wurde gefiltert. Je sauberer, desto weniger Gerbstoffe und mehr Zucker. Angereichert dann mit Hopfen aus Hallertauer Tradition und nochmals aufkochen und köcheln lassen. Das spätere Getränk nahm langsam Konsistenz an.

Die Verkostung der eigenen Biere brachte ein tolles Ergebnis. Alle selbst gebrauten Biere waren schmackhaft. Das Trinken war dann auch keine Strafe, sondern ein Genuss.

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