Berherztes Handeln bei Brand

Mensch 2016: Jasmin Heinz (28) aus Lüder zeigt Courage

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Hündin Alma bereichert das Familienleben von Jasmin Heinz in Lüder. Die 28-jährige Bundeswehrsoldatin sagt: „Helfen ist doch selbstverständlich.“

Lüder. Es gibt sie tatsächlich noch: Menschen, die in einer Notsituation spontan handeln, und ihr Tun keinesfalls als besondere Heldentat verstanden wissen wollen.

Als Jasmin Heinz aus Lüder am Abend des 28. Januar 2016 im Nachbarhaus ein lautes Knallen hört, ist ihr sofort klar, das etwas Schlimmes passiert sein muss. Beim Blick aus dem eigenen Wohnzimmer sieht sie gegenüber Rauch aufsteigen, Ziegel auf die Straße fallen und zögert keine Sekunde: Geistesgegenwärtig ruft sie sofort die Feuerwehr und rennt zu den Nachbarn, um das dort lebende ältere Ehepaar auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen. Sie klingelt, ruft und hämmert gegen die Tür, jedoch ohne Erfolg, die Nachbarn reagieren nicht. „Da bekam ich es richtig mit der Angst, dass die da drin verbrennen könnten“, so die 28-jährige Lüderanerin, „denn als ich daraufhin um das Haus herumlief, sah ich die Flammen schon aus dem Dachstuhl schlagen.“

Dank ihres beherzten Einsatzes ist die Feuerwehr aber rechtzeitig zur Stelle, sodass die Nachbarn in dieser Nacht noch unversehrt den Flammen entkommen können. Und so darf sich Jasmin Heinz auch zu den zehn Finalisten bei „Mensch 2016“ zählen, eine Aktion der AZ und ihrer Partner: die Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg und das Volkswagenzentrum Uelzen. Bis Montag, 23. Januar, können die AZ-Leser ihre Stimme für ihren persönlichen Menschen 2016 abgeben – nur mit Originalcoupons aus der AZ. E-Paper- Kunden können aber auch mit einem Ausdruck des Coupons teilnehmen, wenn sie darauf ihre Kunden-Nummer eintragen.

Die sympathische Mutter eines dreijährigen Sohnes macht aus ihrem Engagement keine große Sache: „Es versteht sich doch von selbst, dass man in solch einer extremen Situation tätig werden muss, da kann ich doch nicht einfach wegschauen.“

Polizistin wollte Jasmin Heinz eigentlich immer werden, absolviert stattdessen aber eine Lehre als Friseurin in Celle. So richtig zufrieden ist sie mit dieser Berufswahl allerdings nicht und als Ehemann Daniel nach achtjährigem Einsatz bei der Bundeswehr aus dem aktiven Dienst entlassen wird, verpflichtet sie sich auf dessen Empfehlung hin ebenfalls für acht Jahre bei der Truppe, sucht für sich darin auch eine neue Herausforderung.

Als sogenannter „Spriti“ ist sie seitdem als Obergefreite bei den Heeresfliegern in Faßberg für die Betankung der Hubschrauberstaffel zuständig. Angst vor Auslandseinsätzen in Krisengebieten hat Jasmin Heinz nicht: „Da werden Frauen zwar äußert selten hingeschickt, aber wenn es nötig ist, würde ich gehen – schließlich habe ich dafür unterschrieben und meinen Sohn weiß ich bei meinem Mann gut aufgehoben“.

Ein erfrischend heiles Familienleben offenbart sich dort im beschaulichen Lüder, das durch Hündin Alma noch zusätzlich bereichert wird.

Von Oliver Huchthausen

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