Bekum schließt Tochterfirma

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Die Blasformtechnik Bodenteich GmbH, eine Tochterfirma der Bekum aus Berlin, hat seit Freitag ihre Tore geschlossen.

Bad Bodenteich – Von Jörn Nolting. 20 Arbeitslose – das ist die traurige Bilanz der Insolvenz der Blasformtechnik Bodenteich GmbH. Sie war jahrelang als Tochterfirma Zulieferbetrieb für Bekum und für Drittkunden aus anderen Branchen. Das Herstellprogramm umfasste Formen, Schnecken, Zylinderrohre, Extrusionsköpfe und Bohrköpfe für die Ölindustrie.

„Der Wegfall von Aufträgen und Kunden aus anderen Branchen ist aufgrund des rückläufigen Marktes erheblich. Trotz Kostenanpassungen und Personalabbau in den Vorjahren ist ein ausgeglichenes Ergebnis nicht erreichbar“, lautet die Begründung auf den Internetseiten von Bekum. Am Ende wurden noch 24 Mitarbeiter beschäftigt, davon waren vier Auszubildene.

Seit dem 1. Juli wurde der Betrieb vom Rechtsanwalt Dr. Gert Wasner als Insolvenzverwalter geführt. Seitdem hat der Uelzener Anwalt nach einer Auffanggesellschaft gesucht. „Es gab viele Interessenten, aber am Ende keinen Abschluss“, schildert Wasner. Ein Grund war seiner Ansicht nach auch die Größe des Betriebs. Bis Anfang Dezember wurde kein Bewerber für die Übernahme des Bad Bodenteicher Betriebes gefunden und deshalb wurden alle Arbeitsverträge zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt. Am vergangenen Freitag war dann der letzte Arbeitstag für die 24 Angestellten. Fünf wurden bereits im Sommer entlassen.

„Der Maschinenpark wurde bereits am 7. Dezember verkauft. Produziert wurde aber noch bis Freitag“, sagt der Insolvenzverwalter. Zwei der Auszubildenen konnten an andere Betriebe übermittelt werden, die anderen beiden konnten ihre Prüfung vorziehen. „Früher hatten wir mal bis zu 18 Auszubildene“, erinnert sich der Betriebsratsvorsitzende Rainer Schulenburg. Bis zum Schluss war die Belegschaft motiviert, damit der Betrieb am Laufen gehalten werden kann.

Doch schon vor einem Jahr ahnten die Mitarbeiter nichts Gutes, als der Bad Bodenteicher Betrieb erneut umbenannt wurde. „Damit war die Mutterfirma aus Berlin aus der Verantwortung“, sagt Rainer Schulenburg missmutig.

Als im April die Insolvenz angemeldet wurde, fielen die Mitarbeiter aus allen Wolken, schildert der Betriebsratsvorsitzende. Schon vorher wurde auf Kurzarbeit umgestellt, eine von vielen Maßnahmen, die die Belegschaft billigend in Kauf nahm. Aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten wurde die Insolvenz angemeldet, erinnert sich Schulenburg. „Und aus dem Mutterwerk in Berlin kam gar nichts. Auch am letzten Arbeitstag nicht“, bedauert der Betriebsratsvorsitzende.

Einige der Mitarbeiter waren über 40 Jahre in der Firma angestellt – außer der schriftlichen Kündigung gab es nichts weiter. „Gerade für die Leute tut es mir leid“, sagt Rainer Schulenburg. Nun müssen neue Bewerbungen verfasst werden. Mit einer Abfindung können die altgedienten Mitarbeiter nicht rechnen.

Rainer Schulenburg sieht vor allem in den viel zu geringen Investitionen seitens des Hauptwerkes den ausschlaggebenden Grund für die Insolvenz. Denn die Auftragslage war auch in den vergangen Wochen gut und es wurde bis zum Ende mit Erfolg produziert.

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