Besucher staunen bei Rundgang über Bodenteicher BGS-Areal / Firma Werkhaus und Onlinehandel an Objekt interessiert

Becher, Bunker und eine „halbe Stadt“

+
Etwa 30 Gebäude, darunter Unterkünfte, Speisesaal, Sporthalle und vieles mehr, befinden sich auf dem BGS-Gelände. Gestern durfte sich eine Gruppe Interessenten das Areal ansehen.

Bad Bodenteich. Das handgeschriebene Plakat mit der Aufschrift „Salat-Buffet“ hängt noch immer an der Wand. Tassen und Becher stehen auf dem Ausgabetresen, als seien sie erst gestern benutzt worden.

Im großen Speisesaal auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich scheint die Zeit still zu stehen. „Hier ist alles in einwandfreiem Zustand. Wir haben den Lastenaufzug und die Brandschutztüren sogar noch warten lassen“, sagt Liegenschaftsverwalter Ralf Mutschler, während er die siebenköpfige Besuchergruppe gestern durch die verlassenen Räume führt.

Weitere Artikel zum ehemaligen BGS-Gelände:

Gute Gründe gegen Ghetto

"Schluss mit lustig"

Enttäuscht vom Flecken

BGS-Anlage als Erstaufnahmelager?

BGS-Gelände ist verkauft

Bei einem Rundgang über das Gelände verschaffen sich die Interessenten einen Eindruck vom Zustand der Liegenschaft, die am 19. Dezember in Berlin versteigert werden soll. Zu den Besuchern gehört auch Eva Danneberg, Geschäftsführerin der Design- und Produktionsfirma Werkhaus, deren Standort direkt an das einstige Bundesgrenzschutzobjekt angrenzt. „Wir brauchen in erster Linie Lagerräume für unser Unternehmen“, erklärt Danneberg, warum sie an dem Rundgang teilnimmt. Werkhaus sei stetig gewachsen und zähle derzeit 180 Mitarbeiter. „Wir stoßen mit unseren Lagerkapazitäten inzwischen an Grenzen“, schildert die Geschäftsführerin. Daher hat sie eine leer stehende Lagerhalle auf dem BGS-Areal ins Auge gefasst. „Wir könnten auch ein paar Büroräume gebrauchen, aber nicht in dieser Größe“, verrät Danneberg. Doch die Liegenschaft, die noch bis Ende dieses Jahres der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gehört, soll als Ganzes versteigert werden.

Von Bernd Schossadowski

Mehr dazu lesen Sie am Donnerstag im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare