Verwaltung plant aus Kostengründen Abbau in Bodenteicher Heide – doch der Ausschuss sagt Nein

Bänke und Mülleimer sollen weichen

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Die Bad Bodenteicherin Rena Kintzel nutzt die Bänke in der Bodenteicher Heide gerne, um eine kleine Pause beim Spaziergang mit ihrem Hund Sascha einzulegen.

Bad Bodenteich. „Aus 17 mach 6“ – nach diesem Motto möchte die Verwaltung des Fleckens Bad Bodenteich zur Tat schreiten. Sie schlug jetzt im Bauausschuss vor, von den bestehenden 17 Abfallbehältern in der Bodenteicher Heide elf abzubauen.

Auch einige der 17 Ruhebänke in dem Ausflugsgebiet sollen nach dem Willen der Flecken-Verwaltung entfernt werden.

Jeden Freitag kontrolliere der Bauhof der Samtgemeinde Aue die Abfallkörbe, sagte Gemeindedirektor Alexander Kahlert. „Das ist ein Riesen-Arbeitsaufwand. Wir wollen die Mitarbeiter daher von dieser Tätigkeit entlasten. Wir haben einfach zu wenig Personal“, erklärte er.

Bauamts-Mitarbeiter Heinz Foth pflichtete ihm bei. In einigen Abfallbehältern fehlten die Metalleinsätze. „Deshalb wollen wir sie abbauen und nur noch an den Eingangsbereichen sechs Behälter stehen lassen“, regte er an. Die Neuanschaffung koste Geld, das der Flecken Bad Bodenteich nicht habe. „Außerdem haben Spaziergänger in der Bodenteicher Heide oft einen Rucksack dabei. In den können sie ihren Abfall packen, um ihn in den nächsten Behälter auf der Strecke zu werfen“, meinte Foth. Darüber hinaus seien einige Ruhebänke kaputt. Fünf bis sechs von ihnen könnten entfernt werden.

Diese Vorschläge stießen im Bauausschuss auf deutliche Kritik. Die Bodenteicher Heide sei durch die jüngsten Entkusselungs-Aktionen (AZ berichtete) viel attraktiver geworden, betonte Claudia Fabel-Buhr (SPD). „Ich halte das daher überhaupt nicht für sinnvoll, dort was abzubauen.“ Vor allem Familien mit kleinen Kindern nutzten die Heidefläche für Spaziergänge. Ihnen könne nicht zugemutet werden, ihren Abfall bis zum nächsten Behälter zu tragen. „Ich möchte nicht eine schmutzige Windel in meinem Rucksack herumschleppen“, stellte Fabel-Buhr klar.

Ins gleiche Horn stieß Ausschussvorsitzender Wilhelm Reese (CDU). Die Bodenteicher Heide sei ein Touristenziel. „Da können wir nicht die Abfallbehälter abbauen“, sagte er und warnte vor möglichen Folgen: „Wenn die wegkommen, wird der Müll in Heide und Wald geworfen.“ Zudem bräuchten gerade ältere Menschen die Sitzbänke für Ruhepausen. „Wenn wir die auch noch entfernen, haben wir dort überhaupt keine Attraktivität mehr“, gab Reese zu bedenken.

Dr. Birgit Janßen (Grüne) und Claudia Fabel-Buhr schlugen vor, sich die einzelnen Standorte der Abfallbehälter und Bänke in der Bodenteicher Heide anzuschauen und danach über einen möglichen Abbau zu befinden. Letztlich sprach sich der Bauausschuss einstimmig für eine gemeinsame Ortsbesichtigung mit dem Tourismusausschuss aus.

Von Bernd Schossadowski

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