Ja zum Asphalt, Nein zur Pflasterung

Ausschuss lehnt Vorschlag zur Neugestaltung der S-Kurve in Bad Bodenteich ab

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Für diesen Bereich der Bad Bodenteicher Ortsdurchfahrt schlägt WGA-Ratsherr Heinz Priebe den Einbau von Pflastersteinen zur Verkehrsberuhigung vor. Doch der Bauausschuss ist aus mehreren Gründen dagegen. 

Bad Bodenteich – Soll die S-Kurve in der Bad Bodenteicher Ortsdurchfahrt mit Pflastersteinen statt Asphaltdecke neu gestaltet werden, um den Verkehr zu beruhigen? Das hatte kürzlich Ratsherr Heinz Priebe (WGA) vorgeschlagen (AZ berichtete).

Doch der Bauausschuss des Fleckens sprach sich jetzt einstimmig gegen diese Idee aus. Priebe selbst enthielt sich.

Vom Einbau einer Pflasterdecke in diesem etwa 250 Meter langen Bereich der L 270 „kann man nur dringend abraten“, sagte Sven Peukert, Mitarbeiter im Bauamt der Samtgemeinde Aue. Die Abrollgeräusche der Reifen würden sich auf dem Pflaster deutlich erhöhen. Die Lärmbelastung für die Anwohner „würde weiter steigen, das ist nicht zumutbar“, warnte er.

Auch aus baulicher Sicht hält er Priebes Vorschlag für nicht sinnvoll. Die Brücke am Mühlentorwehr könne ohnehin nicht gepflastert werden, sondern müsse eine Asphaltdecke bekommen. Das Absenken der Hochborde, wie es Priebe vorschwebt, wäre rechtlich auch nicht zulässig und für Fußgänger wegen des starken Lkw-Verkehrs viel zu gefährlich, so Peukert.

Die geschätzten Kosten sprächen ebenfalls gegen eine Pflasterung in der S-Kurve. Einschließlich eines neuen Unterbaus würden dafür rund 190.000 Euro anfallen, die allein vom Flecken Bad Bodenteich zu tragen wären. Eine Fahrbahnsanierung mit Asphalt würde nur mit etwa 70.000 Euro zu Buche schlagen und vom Land finanziert werden, berichtete Peukert.

Der Ausschuss schloss sich diesen Argumenten an. „Man merkt ja auch in der Ortsdurchfahrt von Suhlendorf, dass die Abrollgeräusche viel lauter geworden sind“, erklärte Claudia Fabel-Buhr (SPD). „Und die Kosten sind nicht vom Tisch zu wischen. Wo sollen wir das Geld hernehmen?“ Kritik am Absenken des Hochbords übte Joachim Gade (CDU). „Ich habe noch keinen einzigen Bürger getroffen, der das gut findet“, sagte er. Dagegen ist Priebe davon überzeugt, dass Lkws, die sich abgesenkten Bordsteinen nähern, automatisch langsamer fahren. Grundsätzlich könne Bad Bodenteich sein Image als Kurort nur mit einer Verkehrsberuhigung auf der L 270 und dem Bau einer Ortsentlastungsstraße erreichen.

Hoffnung weckt unterdessen eine Mitteilung von Gemeindedirektor Hendrik Kunitz: Die Landesstraßenbaubehörde habe den Bau von Kreiseln zur Verkehrsberuhigung in Bad Bodenteich ins Spiel gebracht. Denkbare Standorte seien aus Richtung Schostorf und Langenbrügge. Zudem könnten Teile der Ortsdurchfahrt durch das Einwalzen von hellem Splitt farblich neu gestaltet werden. Über das mögliche Aussehen der Fahrbahn will Kunitz noch einmal mit Vertretern von Politik und Straßenbaubehörde sprechen.

Darüber hinaus hat er Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) zu einem Ortstermin eingeladen, um ihm die Situation auf der L 270 zu erläutern. „Vielleicht hat das Land auf diesem Weg die Möglichkeit, etwas für Bad Bodenteich zu machen“, meinte Kunitz.

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