Suche nach Konzept: DLRG und Förderverein wollen Samtgemeinde zu unterstützen

Angst um das Waldbad

Bleibt das Waldbad in Bad Bodenteich in der Saison an einem Tag leer? Personalkosten zwingen die Samtgemeinde Aue gerade, über eine solche Möglichkeit nachzudenken. Archivfoto: Ph. Schulze

Bad Bodenteich/Wrestedt. Die Angst geht um in Bad Bodenteich – die Angst, dass der Sparzwang der Samtgemeinde Aue nicht vor dem Waldbad Halt macht.

Schon der Vorschlag von Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke, das Bad für einen Tag zu schließen, um Personalkosten einsparen zu können, stieß beim Rechnungstag nicht gerade auf Zustimmung.

Der Bad Bodenteicher Peter Lapöhn wohnt direkt am Waldbad. Er kann es nicht verstehen, dass in Wrestedt darüber nachgedacht wird, das Bad für einen Tag zu schließen: „Es kommen Gäste aus Uelzen und Salzwedel. Die kommen doch nie wieder, wenn die plötzlich vor verschlossener Tür stehen.“ Das Bad sei doch schließlich keine Kneipe, die mal eben einen Ruhetag einlege. In den Augen des Bad Bodenteichers bestehe mit Blick auf Wieren und Stadenden durchaus die Gefahr, dass das Waldbad irgendwann privatisiert werden könne.

Elke Grote, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, beschäftigt sich zwangsläufig mit der Frage, ob das Bad noch haltbar ist. „Es ist noch nichts spruchreif“, beschwichtigt die Lüderanerin, auch nicht die Diskussion um den siebten Öffnungstag. Und Sorgen müsse man sich nicht nur um den Fortbestand des Bades, sondern auch der Schulen und Feuerwehren machen. „Wir müssen sparen“, bringt sie es auf den Punkt. Doch mit Weitblick auf eine mögliche Privatisierung hält sie es für ausgeschlossen, dass der Förderverein das Waldbad im Flecken betreiben kann. „Wir wollen unterstützen, aber nicht übernehmen“, ordnet sie die Rolle des Fördervereins ein – zumal die Größenordnung nicht mit den anderen beiden Bädern Wieren und Stadensen vergleichbar sei. Die Unterstützung des Fördervereins zeigt sich beispielsweise bei den Frühschwimmern, die im Sommer schon zwischen 6 und 8 Uhr ihre Bahnen ziehen. Möglich ist dieses nur, weil der Förderverein die Schwimmaufsicht übernommen hat und das mit eigenen Mitteln finanziert werden kann. „Wenn die Samtgemeinde unsere Unterstützung braucht, dann ist eine gute Zusammenarbeit möglich“, sagt Grote auch mit Blick auf die aktuelle Diskussion um den siebten Öffnungstag, zu der es noch kein abschließendes Ergebnis gibt. „Wir werden mit dem DLRG und auch dem Förderverein kurzfristig sprechen, ob es nachvollziehbare Ideen gibt“, sagt Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke. Langfristig seien für den Erhalt des Waldbades und aller anderen Bäder auch die Besucherzahlen ausschlaggebend. Und wenn die Zahl der Einwohner ständig geringer werde und damit auch die Zahl der Besucher, dann müsse jedes Bad auf den Prüfstand und um seine Berechtigung kämpfen.

Von Jörn Nolting

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