Kreistag beschließt Verkauf an Investor / Bau einer Wohnanlage  geplant

Altes Oberschul-Gebäude in Bad Bodenteich steht vor Abriss

Das seit Sommer 2016 verwaiste Oberschul-Gebäude am Leinenberg in Bad Bodenteich wird auf Beschluss des Uelzener Kreistages für 345 000 Euro an die Viimex Group GmbH verkauft.
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Das seit Sommer 2016 verwaiste Oberschul-Gebäude am Leinenberg in Bad Bodenteich wird auf Beschluss des Uelzener Kreistages für 345 000 Euro an die Viimex Group GmbH verkauft.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Es steht seit dem Sommer 2016 leer und muss dringend saniert werden. Die Rede ist vom ehemaligen Oberschul-Gebäude am Leinenberg in Bad Bodenteich.

Bad Bodenteich – Doch neues Leben wird dem Mitte der 1960er-Jahre errichteten Hauptgebäude und dem 1975 erstellten Anbau nicht mehr eingehaucht. Im Gegenteil: Der Uelzener Kreistag hat jetzt beschlossen, die am Seepark gelegene Immobilie, die dem Landkreis gehört, an die Viimex Group GmbH zum Preis von 345 000 Euro zu verkaufen.

Nach AZ-Informationen will der in Bönningstedt bei Hamburg ansässige Investor das Gebäude abreißen und dort einen Neubau mit etwa 56 Wohneinheiten für „Silver Ager“, die Altersgruppe ab etwa 50 Jahren, errichten. Eine Presseanfrage dazu ließ die Viimex Group GmbH, die sich auf ihrer Homepage als „strategischer Projektentwickler und Investor für kleine und mittelgroße Wohn- und Gewerbeimmobilien“ bezeichnet, unbeantwortet.

Objekt hat Buchwert von 435 000 Euro

Zum 30. Juni 2020 belief sich der in der Bilanz des Landkreises aufgeführte Buchwert des Gebäudes und des Grundstücks auf fast 435 000 Euro. Ein Verkehrswertgutachten aus dem Jahr 2016 bezifferte der Wert der Liegenschaft im damaligen Zustand mit 360 000 Euro. Zudem hatte der Landkreis die Immobilie 2017 für 720 000 Euro zum Verkauf angeboten. Doch ernsthafte Interessenten gab es damals nicht.

Das jetzige Kaufpreis-Angebot der Viimex Group GmbH von 345 000 Euro liegt zwar unter dem 2016 ermittelten Restwert. Doch: „Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Unterhalt und Bewirtschaftung der leer stehenden Liegenschaft zu einem fortlaufenden Ressourcenverzehr von Personal und Haushaltsmitteln beiträgt und die Marktgängigkeit als eher sehr gering einzuschätzen ist, erscheint es perspektivisch wirtschaftlicher, das ehemalige Schulgebäude unter Inkaufnahme eines einmaligen Verlustes zu veräußert“, heißt es seitens des Landkreises.

„Für Bad Bodenteich ist das ein Gewinn“

Andreas Dobslaw, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, hält den Verkauf der Immobilie für sinnvoll. „Für den Landkreis ist das die beste Option“, sagt er im AZ-Gespräch. Dadurch könne eine schöne neue Wohnanlage geschaffen werden. „Für Bad Bodenteich ist das mit Sicherheit ein Gewinn“, meint Dobslaw.

Auch Max Lemm, Mitglied des Kreistags und Sprecher der CDU/WGA/FDP-Mehrheitsgruppe im Samtgemeinderat Aue, begrüßt den Verkaufsbeschluss. Der hohe Sanierungsbedarf, vor allem beim Brandschutz, mache einen Erhalt der Immobilie fast unmöglich. „Man müsste dort erhebliche Summen reinstecken, um es wieder als Schulgebäude nutzen zu können“, gibt Lemm zu bedenken. Von einem modernen Wohnpark in ansprechender Lage werde Bad Bodenteich sehr profitieren, ist der CDU-Politiker überzeugt.

Seiner Meinung nach sollte aber darauf geachtet werden, im Südkreis nicht nur etwas für „Silver Ager“ zu schaffen, sondern auch die Bedürfnisse jüngerer Menschen zu erfüllen. Als Beispiele nennt Lemm die Nachnutzung des Jugendzeltlagerplatzes in Wieren und die seit einiger Zeit diskutierte Einrichtung einer christlichen Realschule.

Auch die Verwaltung begrüßt das Vorhaben

Michael Müller, Bürgermeister der Samtgemeinde Aue und zugleich Gemeindedirektor von Bad Bodenteich, würde sich über eine neue Wohnanlage am Rand des Seeparks ebenfalls freuen. „Das kann die Attraktivität des Ortes nur steigern“, meint er. „Und wir würden dann keine Bauruine in Bad Bodenteich haben.“ Deshalb werde der Flecken das Vorhaben des Investors positiv begleiten.

Das Kaufangebot der Viimex Group GmbH steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass vor Ort die planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Auf jeden Fall müsste der Flecken für das Vorhaben einen Bebauungsplan aufstellen, betont Bauamtsleiter Alexander Kahlert.

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