Bad Bodenteicher Hotel-Restaurant in vorläufiger Insolvenz / Rettung bis Ende des Jahres möglich

„Alter Ritter“ vor großem Kampf

Armin Scharsig, hier vor der Pferdefigur auf seinem Grundstück, will die Zügel seines Bad Bodenteicher Hotel-Restaurants „Zum alten Ritter“ wieder fester in die Hand nehmen.

Bad Bodenteich. Beherzt greift Armin Scharsig nach den Zügeln der Pferdefigur, die auf dem Außengelände seines Bad Bodenteicher Hotel-Restaurants „Zum Alten Ritter“ steht. Es ist ein Bild mit Symbolcharakter.

Denn Scharsig will in einer Zeit, in der sein Betrieb wirtschaftlich schwierige Zeiten erlebt, die Geschicke wieder fest in die Hand nehmen. Vor einem Monat hat das Uelzener Amtsgericht die vorläufige Insolvenz für den „Alten Ritter“ angeordnet. „Das Geschäftsbetrieb wird aber fortgesetzt, es geht weiter wie gehabt“, betont Scharsig im AZ-Gespräch.

Konkret bedeutet das: Reservierte Feiern finden wie vorgesehen statt, Übernachtungen sind uneingeschränkt möglich. Zudem plant Scharsig für den Herbst spezielle Wildwochen und eine neue Speisekarte mit Steaks aus ganz Europa. Auch seine Aktivitäten auf Messen, auf denen der 56-Jährige unter anderem für das Mittelalterprogramm und die Schrotkuren des „Alten Ritters“ wirbt, sollen unverändert fortgesetzt werden.

Hinter den Kulissen plant Scharsig unterdessen, zusammen mit Insolvenzverwalter Sebastian Ludolfs seinen Betrieb wirtschaftlich neu zu strukturieren. Der „Alte Ritter“ hat neun Doppelzimmer. Am zweiten Standort, dem am Ortsausgang in Richtung Overstedt gelegenen „Landhaus“, sind es vier Einzel-, zwölf Doppel-, ein Dreibett- und zwei Vierbettzimmer.

Doch wie konnte der Betrieb, den Scharsig seit mehr als zehn Jahren führt, in finanzielle Schieflage geraten? Er sei 2012 schwer erkrankt und habe sich daher nicht wie gewohnt um die Geschäfte kümmern können. Das habe steuerliche Belastungen zur Folge gehabt. „Zahlungen konnten nicht geleistet werden“, gibt Scharsig zu. Nach einer Steuerprüfung habe ihm das Finanzamt im Herbst 2017 auferlegt, die Nachzahlung innerhalb von sechs Monaten in einer Rate zu leisten. „Der Winter stand aber vor der Tür. Es war mir nicht möglich, so eine Summe zusammenzubekommen“, sagt er mit Blick auf die umsatzschwache Jahreszeit. Über die Höhe der Verbindlichkeiten hüllt er sich jedoch in Schweigen.

Insolvenzverwalter Ludolfs ist zuversichtlich, dass der „Alte Ritter“ gerettet werden kann. Voraussichtlich im September wird das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet. Unter anderem sollen Scharsigs Immobilien dabei umgeschuldet werden. Verläuft alles nach Plan, könnte bis Ende des Jahres mit allen Gläubigern eine finanzielle Regelung erzielt und das Insolvenzverfahren abgeschlossen werden.

„Ich bin guter Dinge, dass wir das hinbekommen“, meint Ludolfs, auch aufgrund der Höhe der Verbindlichkeiten. „Der Betrieb macht einen sehr guten Eindruck. Man sieht, dass Herr Scharsig mit viel Herzblut dabei ist.“ Auch der Hotelchef selbst hofft auf einen wirtschaftlichen Neuanfang. Schließlich könne er seine Gäste nicht hängen lassen. „Wir haben nämlich schon etliche Gruppenbuchungen für unsere Ritterprogramme im Jahr 2019“, erzählt er.

Von Bernd Schossadowski

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