KVHS veranstaltet erstmals Kurs für fremdsprachige Mediziner an der Seepark-Klinik

Ärzte lernen Deutsch in der Heide

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Wie verwendet man das Wörtchen „nur“ in einem Satz? Klinik-Leiter Ulrich fernim (sitzend) ist bei den Ärztinnen Viktoria Simeonova, Boyka Ilieva, Jana Konecna und Zorana Kijanovic (von links) im Deutsch-Kursus zu Besuch. Seminarleiter Holger Marsen (stehend) leitet den Kursus für die Mediziner an.

Uelzen/Bad Bodenteich. Es ist der erste Deutsch-Kursus, den die Kreisvolkshochschule Uelzen/Lüchow-Dannenberg speziell für Ärzte anbietet – und Seminarleiter Holger Marsen ist positiv überrascht.

Die bulgarischen, serbischen und tschechischen Mediziner in dem Kurs an der Seepark-Klinik Bad Bodenteich haben die deutsche Grammatik verinnerlicht. „Sie verfügen schon über sehr hohe Sprachkenntnisse, deshalb geht es jetzt ums Verfeinern. “.

In der Psychosomatik verlaufe die Behandlung besonders über die Sprache im Austausch mit den Patienten, sagt der kaufmännische Leiter Ulrich Fernim. „Es ist besonders wichtig, dass man sich gut mit der Person verständigen kann.“

Über Stellenanzeigen erhält die Klinik Bewerbungen aus aller Welt, erklärt Fernim. Ob diese Interessenten dann tatsächlich nach Bad Bodenteich auswandern können, ist jedoch von vielen Formalitäten abhängig. Über Büros für Personalberatung und Akquise würden gezielt Mediziner gefunden, die auch die nötige Arbeitserlaubnis mitbringen. „Ohne ausländische Ärzte würde das deutsche Gesundheitssystem nicht mehr funktionieren“, weiß Fernim.

Umso mehr sei die Seepark-Klinik daran interessiert, dass die Angestellten ihre Kenntnisse erweitern, um zum Beispiel auch Vorträge und Gespräche mit Patientenguppen führen zu können.

Zorana Kijanovic absolviert derzeit ihre Facharztausbildung für psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Bad Bodenteich. In ihrer Heimat in Serbien gibt es keine Klinik für psychosomatische Erkrankungen, lediglich die Fachrichtung Psychiatrie und eine ambulante Psychiatrie. Daher sei Bad Bodenteich für sie interessant, berichtet sie.

Ebenso haben es Radium Damyanov und drei weitere bulgarische Kollegen aus dem Kursus erlebt. Er und Jordan Cekov sind Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe, arbeiten jetzt aber in der Psychosomatik und haben sich mit ihren Familien im Landkreis eingelebt. „Der Deutsch-Kurs ist die beste Zeit der Woche“, sagt Viktoria Simeonova, eine bulgarische Dermatologin, die seit zweieinhalb Jahren in der Psychosomatik arbeitet, und erntet Zustimmung. „Wir wollen unsere Patienten besser verstehen, egal, aus welcher Region sie sind“, erklärt Radium Damyanov.

Dafür wird die Aussprache trainiert, der Wortschatz verbessert und die Bedeutung von Vokabeln geklärt, die von Patienten oft verwendet werden, erläutert Marsen, etwa Partikel wie „eben“ oder „schon“. Marsen hat bereits mehrere Kurse dieser Art geleitet, an anderen Kliniken jedoch weniger gute Sprachkenntnisse vorgefunden, sagt er.

Auf dieses erste 40-stündige Deutsch-Seminar folgt ein weiteres. Die Teilnahme bedeutet, dass die Ärzte künftig mehr Verantwortung übernehmen können, sagt Fernim. „Es ist uns sehr daran gelegen, dass sie sich langfristig für eine Arbeit in der Klinik entscheiden.“

Von Diane Baatani

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