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Ausschuss schlägt Aufstellen einer Laterne für Haltestelle in Neu Lüder vor

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Von: Bernd Schossadowski

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Mandy Steiner vor der unbeleuchteten Bushaltestelle in neu Lüder
Mandy Steiner, Mutter zweier neun und 14 Jahre alten Töchter, kann nicht verstehen, warum die Bushaltestelle in Neu Lüder weder überdacht noch beleuchtet ist. © Schossadowski, Bernd

Nach dem Ärger um die unbeleuchtete Bushaltestelle in Neu Lüder deutet sich nun eine mögliche Lösung des Problems an.

Neu Lüder - Es muss nicht immer erst das Kind in den Brunnen fallen.“ Mit eindringlichen Worten hat Christine Heinrich, Großmutter von Marieke Steiner (9) und ihrer Schwester Mia (14) jetzt als Zuhörerin im Bauausschuss der Gemeinde Lüder auf die Probleme an der Bushaltestelle an der L 270 in Neu Lüder hingewiesen. „Es ist sehr gefährlich dort, so kann es nicht weitergehen“, mahnte sie. Wie berichtet, gibt es vor Ort weder eine Beleuchtung noch einen Regenschutz. Im Winter stehen die Kinder morgens im Stockdunkeln an der Haltestelle. Das hatte Mandy Steiner, die Mutter von Marieke und Mia, kürzlich im AZ-Gespräch scharf kritisiert.

Einstimmig wurde die Gemeindeverwaltung nun beauftragt, zu prüfen, ob eine Beleuchtung an der Haltestelle installiert werden kann. Dazu könnte eine defekte Laterne, die vor einem unbewohnten Haus in Neu Lüder steht, versetzt werden. Diesem Vorschlag von Sabine Bauck (CDU) wird die Verwaltung jetzt nachgehen.

Außerdem soll die Gemeinde Kontakt zum Eigentümer einer privaten Fläche neben der Haltestelle in Neu Lüder aufnehmen. Dort könnte, so die Hoffnung des Ausschusses, ein Wetterschutz für die wartende Fahrgäste geschaffen werden. Gemeindedirektor Michael Müller bezifferte die Kosten dafür auf etwa 10 000 Euro. Die Hälfte davon würde der Landkreis auf Antrag als Zuschuss gewähren.

Laut Müller könnte die Laterne an die Haltestelle Neu Lüder versetzt werden, falls der Mast noch funktionstüchtig ist. Das würde etwa 2500 Euro kosten. „Dieses Geld haben wir aber nicht. Es müsste irgendwo anders im Haushalt eingespart werden“, sagte er. Der Ausschuss empfahl daher, die Laterne aus dem jährlichen Budget für die Straßen- und Wegeunterhaltung zu finanzieren. Spätestens im Herbst dieses Jahres soll die Laterne, sofern das technisch möglich ist, an den neuen Standort versetzt werden.

Eine Umrüstung der Lampe auf LED aus Mitteln der Klimaschutzgesellschaft des Landkreises Uelzen wäre rechtlich nicht möglich. „Es werden nur die Lampenköpfe gefördert, nicht die Masten für zusätzliche Straßenlampen“, betonte Müller.

Einzelbewerber Mienold Eilers regte an, eine Ersatzhaltestelle vor dem Haus von Familie Steiner, etwa 500 Meter von der derzeitigen Haltestelle in Neu Lüder entfernt, einzurichten. „Da müssen die Straßenbaubehörde und die Polizei mitspielen“, erwiderte Müller. Ob diese zustimmen würden, sei ungewiss.

„Wir müssen jede erdenkliche Lösung prüfen“, appellierte Torben Manning (WGA) an den Ausschuss. „Die Kinder können nichts dafür, dass sie wohnen, wo sie wohnen. Allerdings sieht Ausschussvorsitzender Thomas Lampe (CDU) einen Regenschutz an der Haltestelle kritisch. „Es geht nicht um eine Gefahrensituation für die Kinder, sondern um die Sichtbarkeit“, sagte er. Daher sei primär die Beleuchtung wichtig.

Nach Ansicht von Christine Heinrich müsste in Neu Lüder noch ein weiteres Problem gelöst werden: Dort werde deutlich schneller, als die erlaubten 80 km/h gefahren und oft riskant überholt. „Das ist der Wahnsinn“, sagte sie und forderte eine Reduzierung auf Tempo 70.

Müllers Antwort: Die Landesstraßenbaubehörde habe ihm auf Anfrage mitgeteilt, dass sie im Bereich Neu Lüder keine besondere Gefahrensituation erkenne. Zudem gebe es für die Busse eine eigene, von der Fahrbahn zurückgesetzte Haltebucht. Eine Verringerung um zehn Kilometer pro Stunde werde zu keiner Verbesserung der Situation führen, ist Müller überzeugt: „Wer schon Tempo 80 nicht akzeptiert, würde eine Reduzierung auf 70 auch nicht akzeptieren.“

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