„Absolute Höchstgrenze“

Bodenteicher CDU will maximal 150 Flüchtlinge auf ehemaligem BGS-Gelände

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Auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich sollen nach dem Willen der CDU-Ratsfraktion höchstens 150 Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht werden.

Bad Bodenteich/Bad Bevensen. Die mögliche Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich (AZ berichtete) ruft die CDU-Fraktion im Rat des Fleckens auf den Plan.

Deren Vorsitzender Jörg Formella spricht sich in einer schriftlichen Stellungnahme dafür aus, dass die Aufnahme von 150 Personen auf dem Areal „die absolute Höchstgrenze ist“. Diese Maximalzahl sollten der Landkreis und der Eigentümer des Areals, der Fuhrunternehmer Eckhard Hentschke, dem Rat vertraglich zusichern, fordert Formella.

„Wenn die vorhandene Willkommenskultur und ehrenamtliche Bereitschaft, sich für Asylbewerber zu engagieren, in Bad Bodenteich aufrechterhalten werden soll, darf in der BGS-Unterkunft keine Massenunterkunft entstehen“, betont der CDU-Politiker. Bereits jetzt seien etwa 30 Asylbewerber dezentral in Bad Bodenteich untergebracht. „Mit weiteren 150 Personen ist die Aufnahmekapazität, die die Bürger akzeptieren, mehr als ausgeschöpft“, meint er.

Sollte die Zahl nicht vertraglich auf 150 Zuwanderer begrenzt werden, setzt sich Formella für eine Veränderungssperre ein. Das würde ein generelles Nein zur Aufnahme von Flüchtlingen auf dem früheren BGS-Gelände bedeuten.

Zugleich plädiert Formella für den Erlass einer Heranziehungssatzung durch die Uelzener Kreispolitik. Nur diese gewährleiste „eine gerechte Aufteilung in alle Kommunen des Kreises“, erklärt er. An den Landkreis appelliert er, „möglichst Familien mit der Aussicht auf Bleiberecht“ nach Bad Bodenteich zuzuweisen. Zudem müssten vor Ort ein Sicherheitsdienst und ein Hausmeister beschäftigt werden. Nicht zuletzt solle sich der Landkreis dafür einsetzen, „dass vorsorglich die Polizeistation in Bad Bodenteich rund um die Uhr ausreichend besetzt ist“, so Formella.

In der Bevenser Asylbewerberunterkunft „Villa im Park“ ist derweil Ruhe eingekehrt. Ehrenamtliche treffen sich dort regelmäßig mit Flüchtlingen aus anderen Unterkünften. „Im Landkreis Uelzen leben zurzeit mehr als 540 Asylbewerber. Hier leisten viele ehrenamtliche Helfer exzellente Arbeit – vielfach, ohne dass der Landkreis hiervon überhaupt im Detail Kenntnis hat“, betont Erster Kreisrat Uwe Liestmann auf Nachfrage. Ohne dieses Engagement wäre eine Integration wesentlich schwieriger.

Von Bernd Schossadowski und Wiebke Brütt

Zwei umfangreiche Artikel zur Lage in Bad Bodenteich und in Bad Bevensen finden Sie am Dienstag im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

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